ABO

Budget - Kürzung bei Unis, FH-Mittel konstant

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
5 min
Bei den Unis wird eingespart
Das Wissenschaftsbudget bringt wie erwartet die angekündigten Kürzungen bei den Universitäten, wobei der genaue Umfang ab 2028 noch nicht klar ist. Die Mittel für Fachhochschulen (FH) bleiben in etwa konstant - durch Umschichtungen soll aber eine Erhöhung der Studienplatzfinanzierung sichergestellt werden. Beibehalten wird die Valorisierung der Studienbeihilfe, mit zehn Mio. Euro soll außerdem die Förderung gemeinnütziger Studierendenwohnheime wieder eingeführt werden.

von

Zuletzt stark in Diskussion waren bereits die Mittel für die Universitäten - wobei hier vor allem Einsparungen in der nächsten Leistungsvereinbarungsperiode 2028 bis 2030 erfolgen sollen. Diese ist im Doppelbudget 2027/28 allerdings nur teilweise abgebildet. Schon jetzt fix ist aber, dass die Medizinunis - anders als bisher - die Gehälter der Ärzte an den Unikliniken selbst bezahlen müssen. Das macht pro Jahr rund 90 Mio. Euro aus. Außerdem haben die Unis schon Ende des Vorjahres einmalig auf 150 Mio. Euro ihres Budgets für 2027 verzichtet - diese sollen großteils über Forschungsfinanzierungen an sie zurückfließen.

Noch nicht absehbar sind Kürzungen ab 2028: Hier wurde zuletzt angekündigt, dass der derzeitige Budgetansatz für die Unis zwar formal fortgeschrieben werden soll. Allerdings muss das Wissenschaftsministerium 2027 23 Mio. und 2028 190 Mio. Euro einsparen und im Ressort von Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) sind alle anderen Bereiche (Fachhochschulen, Frauen, Forschung) abseits der Unis deutlich geringer dotiert.

In diesem Budget finanziell besser erwischt haben es die FH: Ihre Mittel werden zwar mehr oder weniger nur fortgeschrieben. Außerdem soll es aber Offensivmittel in Höhe von 14 Mio. Euro geben. Durch Umschichtungen soll auch jener Betrag steigen, den sie pro Studienplatz erhalten - ob sich eine wie seit langem von den Hochschulen geforderte Valorisierung ausgeht, ist noch nicht ganz klar.

Ein Comeback feiert die Studierendenwohnheim-Förderung. Für sie sind zehn Mio. Euro budgetiert, durch sie soll günstiger Wohnraum entstehen. Nach wie vor gefördert wird der Mensenbonus in Höhe von zwei Euro pro Mahlzeit. Neu dazu kommen soll ein Mensamenü in Höhe von fünf Euro.

Bereits im Februar hatte die Bundesregierung den Forschungs-, Innovations-und Technologiepakt (FTI-Pakt) für zentrale Forschungseinrichtungen des Landes für 2027 bis 2029 mit insgesamt 5,49 Mrd. Euro präsentiert - 2024 bis 2026 stehen über den FTI-Pakt 5,05 Mrd. Euro zur Verfügung. Für die Bereiche Wissenschaft und Forschung finden sich im Doppelbudget der Bundesregierung nun Einsparungen bei der angewandten Forschung und eine Steigerung in der Grundlagenforschung.

Insgesamt sollen sich die für die F&E-Quote relevanten, geplanten Auszahlungen aus dem Bundesbudget heuer auf 4,68 Mrd. Euro belaufen. Für 2027 ist eine leichte Zunahme von 1,1 Prozent auf 4,73 Mrd. Euro vorgesehen, 2028 ein Rückgang um 0,4 Prozent gegenüber 2026 auf 4,66 Mrd. Euro. Bei den Ausschüttungen des Wissenschaftsministeriums ist ein deutliches Plus für die Grundlagenforschung im Rahmen des Forschungsfinanzierungsgesetz (Fofinag) bzw. des FTI-Pakts zu sehen: Nach 893,2 Mio. (2026) stehen 2027 1,04 Mrd. Euro (plus 143,2 Mio. Euro) zur Verfügung. Für 2028 sind aber nur mehr rund 1,02 Mrd. vorgesehen (minus 16,9 Mio. Euro).

Bei der angewandten Forschung muss vor allem die Forschungsförderungsgesellschaft FFG Federn lassen. Im Gegenzug gibt es mehr Geld für Austrian Institute of Technology (AIT), Silicon Austria Labs (SAL) sowie die Programme der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA. Die Zahlungen aus dem Infrastrukturministerium sinken 2027 um 3,5 Prozent auf 603,5 Mio. Euro und 2028 nochmals um 2,1 Prozent auf 590,9 Mio. Euro. Vor allem bei der FFG zeigt sich hier ein Minus von 45,8 Mio. (2027: 339,8 Mio.) und 17 Mio. Euro (2028: 332,8 Mio.), das sich laut Budgetbericht besonders auf die Basisprogramme auswirkt. Das AIT bekommt um 13,5 Mio. bzw. 2,9 Mio. Euro mehr.

Aus dem Wirtschaftsministerium fließen im Jahr 2027 223,7 Mio. Euro (plus 2 Prozent), 2028 sind es dann 218,6 Mio. Euro (minus 2,3 Prozent). Für die FFG, Österreichs größten Förderer für angewandte Forschung, gibt es hier 2027 um 77,2 Mio. Euro mehr, weil die Mittel aus der ausgelaufenen Transformationsoffensive, die 90 Mio. Euro schwer war, - annähernd - kompensiert werden sollen. Im Jahr darauf folgt ein leichtes Minus von 0,2 Mio. Euro auf 126,2 Mio. Euro.

++ THEMENBILD ++ Illustration zum Thema "Geld / Budget / Finanzen / Wirtschaft / Staatshaushalt / Schulden / Fiskalrat / Defizit" - Geldscheine und eine kleine Schatztruhe, aufgenommen am Freitag, 11. April 2025.

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER