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Reste von etruskischem Hafen nahe Rom entdeckt

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Fundort liegt in der Nähe Roms
©ITALIAN POLICE, MASSIMO SESTINI, APA
Vor der Küste des italienischen Badeorts Santa Marinella nördlich von Rom haben Archäologen die Überreste einer Anlage entdeckt, bei der es sich möglicherweise um einen etruskischen Hafen handelt. Die Struktur liegt rund 90 Meter vom heutigen Ufer entfernt in nur 1,5 Meter Wassertiefe. Der Fund könnte neue Erkenntnisse über die Seefahrt und die Küsteninfrastruktur der Etrusker liefern.

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Die Fundstelle liegt nur etwa 130 Meter von einem etruskischen Heiligtum entfernt, das der Göttin Minerva geweiht und im 6. Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde. Auf dem Meeresboden identifizierten die Wissenschafter zwei Komplexe aus großen, behauenen Steinblöcken, die offenbar planmäßig angeordnet waren. Die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen wurden im "Journal of Cultural Heritage" veröffentlicht.

Die Anlage weist eine L-förmige Struktur auf. Nach den bisherigen Untersuchungen könnte sie ein geschütztes Hafenbecken von rund 3.000 Quadratmetern begrenzt haben. Der parallel zur Küste verlaufende Bereich ist mehr als 60 Meter lang und an einigen Stellen über fünf Meter breit. Besonders auffällig ist ein schmaler Kanal aus zwei Reihen von Steinblöcken. Er verbindet das Becken mit dem offenen Meer. Nach Einschätzung der Archäologen könnte er den Wasseraustausch erleichtert und zugleich die Ablagerung von Sedimenten begrenzt haben. Dies deutet möglicherweise auf eine gezielte und für die damalige Zeit technisch anspruchsvolle Planung hin.

Von der ursprünglichen Anlage fehlen heute zahlreiche Steinblöcke oder sie wurden verschoben. Die Forscher vermuten, dass Teile der Struktur in späteren Jahrhunderten abgetragen wurden, um das Baumaterial anderweitig zu verwenden. Vergleichbare Blöcke wurden auch im Bereich des Heiligtums sowie einer später errichteten römischen Villa gefunden.

Nach den bisherigen Erkenntnissen könnte die Anlage zwischen dem späten 4. und dem frühen 3. Jahrhundert v. Chr. entstanden sein. Damit wäre sie mehr als 2.300 Jahre alt. Die Einschätzung beruht unter anderem auf dem heutigen Meeresspiegel und den baulichen Merkmalen der Struktur. Eine absolute Datierung steht noch aus. Auch die Bautechnik liefert Hinweise auf die Einbindung der Etrusker in den mediterranen Kulturraum. Bestimmte Merkmale der Anlage weisen Parallelen zu Hafenbauten auf, die aus der griechischen Welt und anderen Regionen des Mittelmeerraums bekannt sind.

Der Fund ist auch deshalb bemerkenswert, weil erhaltene etruskische Hafenanlagen selten sind. Entlang der Küste nördlich von Rom befinden sich zahlreiche unter Wasser liegende römische Bauwerke. Konkrete Zeugnisse etruskischer Hafeninfrastruktur sind dagegen deutlich seltener.

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