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Raben nutzen ihr räumliches Gedächtnis statt Wölfe zu stalken

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Kolkraben merken sich Plätze, wo Wölfe häufig Beute reißen
©Zentralbild, APA, Patrick Pleul, Z1022
Raben machen sich nicht die Mühe, Wölfe zu verfolgen, um von deren Beute zu naschen. Sie merken sich stattdessen, wo die Beutegreifer oft Hirsche und andere Huftiere reißen, und suchen diese Orte regelmäßig auf, berichtet der Wildtierkundler Matthias Loretto von der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Für solch ein Stück Kadaver nehmen die Vögel Flüge von bis zu sechs Stunden und 155 Kilometern in Kauf. Die Studie ist im Fachjournal "Science" erschienen.

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"Wenn ein Wolfsrudel seine Beute erlegt, sind oft Raben als Erste zur Stelle", so Loretto in einer Aussendung: "Noch bevor die Beutegreifer Zeit haben zu fressen, warten die Vögel bereits darauf, von den Fleischresten zu profitieren." Bisher glaubte man, dass sie den Wölfen dafür ständig hinterherfliegen. Der Wiener Forscher hat mit Kollegen im Yellowstone Nationalpark (USA) 69 Kolkraben (Corvus corax) winzige Satellitenortungs- bzw. GPS-Sender umgehängt. Damit erfasste er ihre Aufenthaltsorte und Wege zweieinhalb Jahre lang, genauso wie jene von 20 Grauwölfen (Canis lupus) mittels GPS-Halsbändern.

Nur in einem einzigen Fall bewegten sich ein Rabe und ein Wolf mehr als einen Kilometer weit und über eine Stunde lang in dieselbe Richtung, berichten die Forscherinnen und Forscher. Bei der detaillierten Analyse der Bewegungsmuster habe sich herausgestellt, dass die Vögel eine andere, "weitaus interessantere Strategie verfolgen", wie sie schrieben: "Die Aasfresser nutzen offensichtlich ihr räumliches Gedächtnis und ihre Navigationsfähigkeiten, um gezielt Gebiete aufzusuchen, in denen Wölfe häufig Beute machen."

(S E R V I C E - Studie online: https://doi.org/10.1126/science.adz9467 )

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