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Prostatakrebs - Wiener Ärztekammer empfiehlt Screening-Programm

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Könnte Sterblichkeit um mehr als die Hälfte verringern
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Österreich. Einer von acht Männern erkrankt im Lauf seines Lebens daran. Aber: "In Österreich gibt es kein strukturiertes, nationales Screening-Programm. Das führt dazu, dass Prostatakrebs häufig erst dann entdeckt wird, wenn es bereits zu spät ist", betont Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin der Wiener Ärztekammer. Ein Screening könnte die Sterblichkeit um mehr als die Hälfte verringern, forderte sie dessen Einführung.

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Aktuell finden Untersuchungen der Prostata wie der PSA-Test nur opportunistisch statt, das heißt: wenn der Patient aus Eigeninitiative, etwa bei der jährlichen Gesundenuntersuchung oder bei unspezifischen Beschwerden in die Ordination kommt, wurde am Mittwoch bei einer Pressekonferenz erläutert. "Das führt zu sozial unfairer Verteilung und Über-Diagnosen. Denn urologische Vorsorgeuntersuchungen werden überwiegend von Männern im sehr hohen Alter und Personen mit höherer Bildung beziehungsweise höherem Einkommen in Anspruch genommen", erläuterte Shahrokh Shariat, Vorstand der Universitätsklinik für Urologie am AKH Wien.

Bei einem risikoadaptierten, organisierten Screening wird eine gezielte Auswahl an Personen nach vordefinierten Intervallen und Regeln aktiv eingeladen, die Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen - ähnlich wie beim Brustkrebs-Screening bei Frauen. "Bei einer zielgerichteten und effizienten Teststrategie brauchen die meisten Männer nur zwei bis drei PSA-Tests in ihrem Leben", erläuterte Shariat.

"Männer, die drei Mal im Abstand von fünf Jahren einen PSA-Wert unter eins haben, weisen ein extrem niedriges Risiko auf, jemals an einem klinisch relevanten Prostatakarzinom zu erkranken." Überschreitet der PSA-Wert einen festgelegten Grenzwert oder ergibt sich insgesamt ein verdächtiger Befund, wird eine MRT-Untersuchung veranlasst. Bei diesem Vorgehen ist keine rektale Untersuchung mehr erforderlich, die für viele Männer eine Hemmschwelle beim Besuch des Urologen darstellt, betonte die Wiener Ärztekammer in der Aussendung zu der Pressekonferenz. Nur wenn das MRT auffällig ist, wird eine Gewebeprobe entnommen.

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