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ÖVP will sich erstmals umfassendes Bildungskonzept geben

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Ein Ergebnis soll im Juni vorliegen
Die ÖVP will sich erstmals ein umfassendes Bildungskonzept geben. Dafür hat der Campus Tivoli (vormals Politische Akademie) der Partei in den vergangenen Monaten zahlreiche Stakeholder im Bildungsbereich nach ihren Vorstellungen für nötige Änderungen bis ins Jahr 2035 befragt, deren Ansätze sollen nun durch Expertinnen und Experten strukturiert werden. Ein Ergebnis des Prozesses soll im Juni vorliegen, so Campus Tivoli-Präsident Wolfgang Sobotka vor Journalisten.

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"Für eine Partei wie die ÖVP ist es wichtig, einen ganzheitlichen Bildungsentwurf zu haben", betonte Sobotka. Dies habe es bisher nicht gegeben - zwar habe man einzelne Punkte und Themen immer wieder in Partei- und Wahlprogrammen festgehalten. Ein umfassendes Konzept liege aber nicht vor. In Koalitionsverhandlungen habe man daher immer wieder die Frage zu hören bekommen? "Was ist jetzt euer Programm?" Nur von einem solchen weg sei es etwa auch möglich, zu Kompromissen mit potenziellen Koalitionspartnern zu kommen.

Davon ausgehend hat man für die Erstellung des Konzepts mehr als 100 (zu einem guten Teil zumindest ÖVP-nahe) Stakeholder angeschrieben, die ohne thematische Vorgabe einen Beitrag von höchstens 3.000 Zeichen abliefern sollten (https://campus-tivoli.at/bildungspakt). Das haben etwa die ehemaligen Ressortspitzen Beatrix Karl, Heinz Faßmann und Martin Polaschek getan, aber auch viele Kindergartenpädagoginnen, Lehrer, Rektorinnen, Personalvertreter, Bildungsdirektoren wie auch Elternvertretungen, Industriellenvereinigung oder Wirtschaftskammer.

Vorgeschlagen wurden dabei unterschiedliche Dinge wie neue Prüfungsformen, eine neue Rolle für Schulleitungen, die Einführung einer mittleren Reife, Aufnahmeverfahren für Lehrer, die Verlängerung der Polytechnischen Schule auf zwei Jahre, die Einführung von Fächerbündeln, die Bestellung von Direktoren auf Zeit oder verpflichtende Schülerparlamente.

Diese Inhalte sollen nun in sechs Themenbereiche geclustert und von Experten und Praktikern in Strukturen gegossen werden. Diese reichen von der inhaltlichen Ausrichtung der einzelnen Bildungsstufen über die Frage der Ferieneinteilung, Ausbildung der Pädagoginnen und Pädagogen bzw. Schulleitungen und die Schule als Ort der sozialen Begegnung bis zum Schulbau und der Frage der nötigen rechtlichen Maßnahmen inklusive Themen wie Zuständigkeiten und einem einheitlichen Dienstrecht.

"Wir werden nicht zu jedem Thema und jeder Feinheit eine Antwort liefern können", meinte Sobotka. Bei zahlreichen Fragen werde es eventuell Änderungen brauchen, wobei nicht klar sei welche - er denkt dabei etwa an die seit Anfang der 1960er-Jahre bestehende Polytechnische Schule: "Eine einjährige Schulform ist eigentlich eine Nicht-Schulform." Andererseits liefere diese gute Ergebnisse. Nicht zeitgemäß findet Sobotka etwa eine zentrale Reifeprüfung, die von den jeweiligen Lehrkräften selbst beurteilt wird. Trotzdem könne man sie nicht einfach abschaffen, ohne an den Hochschulen dann überall eine Form der Aufnahmeprüfung zu etablieren.

++ THEMENBILD ++ Illustration zu den Themen ÖVP Burgenland / ÖVP Landeszentrale. Im Bild: ÖVP-Logo an der Fassade der ÖVP Landeszentrale in Eisenstadt; aufgenommen am Samstag, 26. April 2025.

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