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Untersucht wurden die menschlichen Überreste aus dem Raum 10 der sogenannten "Villa B" von Oplontis. Dort waren Menschen gefunden worden, die während des Ausbruchs des Vesuvs versucht hatten, der Katastrophe zu entkommen. Sie starben in einem Bereich nahe dem damaligen Hafen. Die Forschungsarbeit entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Labor für angewandte Forschung des Archäologischen Parks Pompeji und der Universität der Kampanien "Luigi Vanvitelli". Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Journal of Archaeological Science: Reports" veröffentlicht.
Durch eine erneute Analyse des Fundkontexts und bioarchäologische Untersuchungen konnten die Forscher feststellen, dass sich in Oplontis mehr Opfer befanden als bisher angenommen. Die Studie bildet zugleich einen ersten Schritt zu einer umfassenden Untersuchung der Ernährung der römischen Bevölkerung im Vesuvgebiet. Analysen der Knochen zeigten Unterschiede zwischen einzelnen Personen, insgesamt jedoch eine Ernährung, die stark auf Landressourcen beruhte. Besonders häufig standen demnach pflanzliche Lebensmittel auf dem Speiseplan, ergänzt durch tierische Proteine. Entgegen der Erwartung spielte die Nähe zum Meer offenbar keine große Rolle: Fisch und andere Meeresprodukte hatten nur einen begrenzten Anteil an der täglichen Ernährung.
Die Menschen in Oplontis ernährten sich vor allem von Getreide wie Weizen und Gerste, Hülsenfrüchten sowie weiteren regionalen Agrarprodukten. Hinzu kamen moderate Mengen an Fleisch und Milchprodukten. Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei der Ernährung waren laut Studie kaum feststellbar. "Das bestätigt, dass das 'tägliche Brot' keine bloße Metapher war, sondern für die Mehrheit der Bevölkerung tatsächlich die Grundlage der Ernährung darstellte", sagte der Direktor des Archäologischen Parks Pompeji, Gabriel Zuchtriegel.
Oplontis gilt damit als wichtiger Forschungsort, um Ernährung, Lebensbedingungen und soziale Strukturen der Menschen im antiken Vesuvgebiet besser zu verstehen. Weitere Untersuchungen sollen künftig auch die Opfer anderer Fundstätten der Region einbeziehen.
A photo shows a general view of the archaeological site of Pompeii, near Naples, on January 25, 2021. (Photo by Andreas SOLARO / AFP)
