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Mit Plakaten und Initiativen im öffentlichen und digitalen Raum wollen die Wiener NEOS nun die Öffentlichkeit unter dem Kampagnenmotto "Das, was wirklich zählt" auf den Reformprozess aufmerksam machen. Damit sei vor allem die Chance auf ein "selbstbestimmtes Leben" für jedes Kind gemeint, dessen Fundament im Kindergarten gelegt werde. Man wolle den "Kindergarten neu denken", betonte Vizebürgermeisterin Emmerling erneut.
Darunter falle etwa die Öffnung des Kindergartens für weitere "bildungsrelevante Berufe" in der Verwaltung genauso wie im pädagogischen Bereich. Derzeit reglementiert das Kindergartengesetz, welche Berufsgruppen in Kindergärten tätig sein können. Die Bildungsstadträtin will hier "hinschauen, wie wir dieses Berufsfeld bzw. diesen Berufsort öffnen können". Neben Logopäden oder Ergotherapeutinnen sollen auch Quereinsteigerinnen zum Einsatz kommen, deren Einstieg Emmerling erleichtern will.
Mit den Maßnahmen im Rahmen des Reformprozesses sollen verbesserte Rahmenbedingungen für Kindergartenpädagoginnen und Kinder - zum Beispiel mehr Sprachförderung und Zeit für die individuelle Betreuung - gewährleistet werden. Die Kampagne sei ein "politisches Versprechen" der NEOS für ihren "Einsatz für den Kindergarten", meinte NEOS-Landesgeschäftsführer Philipp Kern anlässlich der Präsentation. Daneben gaben die beiden Wiener NEOS-Spitzen im Anschluss an die Pressekonferenz auch ein "plakatives Versprechen" in Form eines pinken Handabdrucks für den Kindergarten ab.
Kritik aus der Opposition an der Kampagne ließ nicht lange auf sich warten. Die Bildungssprecherin und der Bildungssprecher der Wiener Grünen, Julia Malle und Felix Stadler, bemängelten in einer Aussendung, es sei fahrlässig, dass sich die NEOS "lieber mit schönen Schlagworten" beschäftigen, anstatt sich "gravierenden Problemen" zu widmen. Die Situation für Kinder, Pädagoginnen und Pädagogen und Eltern habe sich in den letzten fünf Jahren unter Zuständigkeit der NEOS nicht verbessert. Auch Harald Zierfuß, Klubobmann der Wiener ÖVP, bezeichnete in einer Aussendung die Kampagne als "absurdes Ablenkungsmanöver vom pinken Totalversagen in Wiens Kindergärten" und "Selbstbeweihräucherung". Die Kampagne sei kein Ersatz für Deutschförderung, personelle Aufstockung oder funktionierende Fördermittelkontrolle. Emmerling bestätigte bei der Pressekonferenz auf Nachfrage, dass der Startschuss für die Reform des Fördersystems für Kindergärten weiterhin für März geplant sei.
ARCHIV - 17.01.2025, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Kinder basteln gemeinsam in einer Kindertagesstätte. (zu dpa: «Studie: Viele Kitas können Auftrag nicht voll erfüllen») Foto: Maximilian von Klenze/dpa +++ dpa-Bildfunk +++






