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Lehrlingsinitiative warnt vor Förderkürzungen

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++ ARCHIVBILD ++ Lehrlingsausbildung in drei Ministerien angesiedelt
©APA, dpa, Jens Büttner
Die Lehrlingsinitiative zukunft.lehre.österreich. (z.l.ö.) warnt in der aktuellen Budgetdebatte vor Kürzungen bei der Basisförderung für Lehrbetriebe. Die geplante Einsparungshöhe sei noch nicht bekannt, sagte z.l.ö.-Präsident Robert Machtlinger bei einem Pressegespräch am Dienstag in Wien. "Wir warten auf den 10. Juni und dann kommt das Überraschungspaket." Da drei verschiedene Ministerien für die Lehrlingsausbildung verantwortlich sind, komme die Ausbildung "zum Handkuss".

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Die Basisförderung liege aktuell bei 180 Millionen Euro im Jahr. Sie wurde laut Machtlinger seit 2022 nicht mehr an die Inflation angepasst. Dadurch entstand eine millionenschwere Lücke. Bei einer "weiteren Kürzung" laufe man Gefahr, dass etwa 15 Prozent der Unternehmen keine Lehrlinge mehr ausbilden wollen. Weitere 37 Prozent würden ihre Ausbildungsaktivitäten deutlich reduzieren oder grundsätzlich infrage stellen, zitierte die z.l.ö. eine Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft.

Dass gespart werden müsse, verstünden die Industrie und die Lehrlingsausbildungsbetriebe, so Machtlinger. Man spare allerdings zu oft an den falschen Stellen. Auch die Einsparungen im universitären Bereich sehe er mit Skepsis. Bildung und Ausbildung seien das "Rückgrat jedes Standortes". Aktuell befinde man sich in einer Zeit der technischen Transformation. Die duale Ausbildung ermögliche es, Fachkräfte auszubilden. Damit gestalte sich diese Veränderung auch leichter, ist der Konzernchef des oberösterreichischen Flugzeugzulieferer FACC überzeugt.

Man sei in drei Ministerien "primär aufgehängt", so Machtlinger. Jeder müsse sein Sparpaket abliefern und streiche in seinem Bereich bei den Lehrlingen. Neben dem Arbeits-, dem Wirtschafts- und dem Wissenschaftsministerium sei man auch mit dem Finanzministerium in Kontakt. Dabei sei es "sehr, sehr, sehr aufwendig", einen Konsens zu finden. Der z.l.ö.-Präsident forderte daher auch eine zentrale Stelle, einen "zentralen Lehrlingskoordinator", der die Anliegen der Lehrlinge vertrete.

Das Wirtschaftsministerium berichtete unterdessen, dass man in intensiven Gesprächen mit den Sozialpartnern und dem Sozialministerium sei. Man sei zuversichtlich, dass es zu einer einvernehmlichen Lösung komme, hieß es zur APA.

Die Unternehmerin Gertrude Schatzdorfer-Wölfel kritisierte mögliche Sparmaßnahmen bei der Bildungsförderung. Das sei "nicht nur kurzsichtig gedacht", sondern auch "verantwortungslos". In den vergangenen Jahren gab es "so etwas wie ein Gießkannenprinzip". "Während Corona haben wir mit Gießkanne gefördert und jetzt wollen wir mit Gießkanne streichen", so die Geschäftsführerin von Schatzdorfer Gerätebau, einem Metallindustrie-Betrieb mit aktuell 81 Mitarbeitenden, in Richtung Politik.

"Jeder Lehrling, der seine Ausbildung gut abgeschlossen hat, wird in Österreich nicht arbeitslos werden", sprach Schatzdorfer-Wölfel aus eigener Erfahrung. Lehrlinge zahlen mit dem ersten Lehrtag jährlich rund 157 Millionen Euro an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Die Lehrlingsförderung sei ein Bekenntnis zum Unternehmertum und zu Klein- und Mittelbetrieben, zu Familienunternehmen und "ein klares Bekenntnis für die Zukunft Österreichs". Ihre Forderungen untermauerte die Initiative z.l.ö. mit einer Petition. Diese läuft seit drei Wochen und hat laut Auskunft von Machtlinger bisher 400 Unterschriften.

Aktuell werden laut z.l.ö. rund 100.000 Lehrlinge in mehr als 27.000 Betrieben ausgebildet. 60 Prozent der Betriebe seien kleinere Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden, hieß es dazu. Die Situation bei den Lehrstellenangeboten in Österreich habe sich in den vergangenen Jahren gedreht. Habe es 2022 noch einen Überhang an Angeboten gegeben, erwarte eine aktuelle AMS-Prognose für 2026 hingegen ein Minus von rund 3.700, so Schatzdorfer-Wölfel. Es gibt also mehr Lehrstellensuchende als Lehrstellen.

Lehrlingsausbildungsbetriebe investieren laut Machtlinger jährlich circa 2,5 Milliarden Euro in die Ausbildung - über Lehrlingsausbilder, Werkstätten sowie Löhne und Gehälter. Etwa 40 Lehrlinge pro Jahr bilden die Betriebe von Irmgard Querfeld, Geschäftsführerin mehrerer Gastrounternehmen ihrer Familie, aus. Sie schulten die Lehrbeauftragten, damit sie "nicht nur ihr Können weitergeben", sondern damit sie auch die Ausbildung hätten, um mit den jungen Menschen "zu arbeiten". Dafür müsse man ihnen auch Zeit geben, dabei entstünden auch Arbeitskosten. "Aber dieser Weg ist der einzig richtige", denn die Lehrlinge seien junge Menschen, die Begleitung brauchen, so Querfeld. Bei der Ausbildung einzusparen, sei "ein Rückschritt und kein Fortschritt".

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