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Klimawandel bringt invasiven Pflanzen mehr Boden in Europa

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Albtraum für Allergiker: Die als Ragweed bekannten Ambrosiapflanzen
©Afp, APA, JEFF PACHOUD
Deutlich gemütlicher wird es einer Studie um Wiener Ökologen zufolge für viele invasive Pflanzenarten in weiten Teilen Europas. Während das regionale Fenster, in das gebietsfremde, einheimische Arten verdrängende Gewächse einwandern, insgesamt in etwa gleich bleibt, verschiebt es sich deutlich Richtung Norden. Das könnte in manchen Gegenden zu sehr veränderten Gegebenheiten führen, warnen die Expertinnen und Experten im Fachblatt "Nature Ecology & Evolution".

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Die Verschleppung von gebietsfremden Arten in großem Stil hat ab der "Entdeckung" Amerikas und der Ausbreitung der europäischen Kolonialbestrebungen ab etwa dem 16. Jahrhundert so richtig Fahrt aufgenommen. Invasive Arten sind eine Untergruppe der Neobiota genannten gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten (Neozoen und Neophyten), die erst durch den beabsichtigten oder unbeabsichtigten Einfluss des Menschen in die ihnen ursprünglich fremden Lebensräume gekommen sind. Invasiv werden Neobiota dann genannt, wenn sie unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten oder Ökosysteme haben.

Als invasive Neophyten haben hierzulande zum Beispiel das ursprünglich aus Nordamerika kommende, unter Pollenallergikern gefürchtete "Ragweed" oder die hierzulande auch oft als Akazie bezeichnete Robinie schon viel Boden gut gemacht und sich nachhaltig etabliert. Das Team um Ali Omer und Franz Essl vom Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien hat im Rahmen seiner neuen Untersuchung nun das künftige "Invasionsrisiko" von insgesamt 9.701 Pflanzenarten auf Basis von Daten aus der ganzen Welt bis zum Jahr 2100 unter verschiedenen Klima- und Landnutzungsszenarien berechnet.

Demzufolge bleibt die Fläche, auf der mindestens zehn Prozent der fast 10.000 untersuchten invasiven Arten potenziell Fuß fassen könnten, in etwa gleich groß. Sie umfasst heute knapp 34 Prozent der Landfläche und wäre gegen Ende des Jahrhunderts mit rund 37 Prozent nur wenig größer. Allerdings wandern die potenziellen Hotspot-Regionen für pflanzliche Invasoren merklich. Mit den insgesamt wärmeren Temperaturen wird es ihnen in einigen heute subtropischen Gebieten - sie sind momentan am stärksten von einwandernden Pflanzen betroffen - möglicherweise zu heiß und/oder zu trocken.

Der Platz geht den störenden Einwanderern aber alles andere als aus: Denn besonders in aktuell gemäßigten Zonen und weiter im Norden tun sich für viele invasive Neophyten verlockende Optionen auf, wie die umfassenden Modellrechnungen zeigen. Besonders in Europa - insbesondere in Mitteleuropa - könnten demnach neue "Hotspots" entstehen. So könnten sich dann in unseren Breiten auch Robinie, Ragweed und Co noch besser ausbreiten. Andere Beispiele für Pflanzen, die sich schon jetzt etablieren und für die die Bedingungen tendenziell immer besser werden, sind die in den Tieflagen Österreichs schon recht erfolgreiche "Seidenpflanze" oder das "Orange Habichtskraut", das als Gartenpflanze eingeführt wurde und nun großflächiger verwildert - ein durchaus klassischer Ablauf in Bezug auf invasive Pflanzen.

Aber nicht nur in dicht besiedelten, gemäßigten Zonen wird es für viele Neophyten leichter, auch in bisher eher unberührten Ökosystemen etwa im höheren Norden drohen mehr unwillkommene Neuankömmlinge. Für manche Regionen könne das einen massiven Artenwechsel bedeuten. Nicht zuletzt das Beispiel des Ragweeds, das für viele Allergiker die gesundheitliche Belastung nicht nur erhöht, sondern auch weiter in Richtung Herbst verlängert, zeigt, dass mit neuen Pflanzen auch das Wohlbefinden vieler Menschen stärker beeinträchtigt werden kann. Um solchen Entwicklungen vorzubeugen, brauche es "maßgeschneiderte und proaktive Managementstrategien", schreiben die Forschenden in ihrer Arbeit.

Service: https://dx.doi.org/10.1038/s41559-026-03040-2

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