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Generation Z nutzt KI am stärksten – Österreich zwischen Euphorie und Skepsis

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©Unsplash / Shubham Dhage

Mehr als die Hälfte der Österreicher:innen hat generative Künstliche Intelligenz bereits ausprobiert. Doch während die Generation Z vorangeht, zeigen sich ältere Bevölkerungsgruppen und die Arbeitswelt zurückhaltend. Das zeigt der aktuelle Internet-Kompass von world4you in Zusammenarbeit mit YouGov.

Künstliche Intelligenz (KI) ist in Österreich in der Breite angekommen, die Nutzung und Bewertung unterscheiden sich jedoch deutlich nach Alter und Geschlecht. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Internet-Kompass des Webhosters world4you, der auf einer repräsentativen Studie in Kooperation mit YouGov basiert.

Demnach haben 53 Prozent der Österreicher:innen generative KI bereits ausprobiert. Gleichzeitig zeigt sich eine gespaltene Haltung: 37 Prozent bewerten die Technologie positiv, 26 Prozent stehen ihr eher negativ gegenüber. Mit 35 Prozent äußert mehr als ein Drittel eine neutrale Haltung, was auf eine ausgeprägte Unsicherheit im Umgang mit dem Thema hindeutet.

Deutlicher Generationenunterschied

Besonders groß sind die Unterschiede zwischen den Altersgruppen. In der Generation der 18- bis 24-Jährigen haben 77 Prozent generative KI bereits genutzt, 55 Prozent dieser Gruppe stehen der Technologie positiv gegenüber.

In der Altersgruppe 55+ liegt die Nutzung mit 36 Prozent nur etwa halb so hoch. Auch die positive Einstellung fällt mit 26 Prozent deutlich geringer aus. Die Ergebnisse legen nahe, dass KI vor allem ein Thema der jüngeren Generation ist.

Geschlechterunterschiede in der Bewertung

Auch zwischen Männern und Frauen zeigen sich Unterschiede. 43 Prozent der Männer bewerten KI positiv, bei den Frauen sind es 31 Prozent. Bei der tatsächlichen Nutzung ist der Abstand hingegen gering: 56 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen haben generative KI bereits verwendet.

Zwischen Experiment und Alltag

Trotz der vergleichsweise hohen Erstnutzung hat sich KI bislang kaum als fester Bestandteil des Alltags etabliert. Nur neun Prozent der Befragten nutzen die Technologie regelmäßig. 45 Prozent geben an, KI lediglich „ein wenig ausprobiert und nicht weiter genutzt“ zu haben.

Auch im beruflichen Kontext spielt KI derzeit eine untergeordnete Rolle. Drei Prozent setzen die Technologie überwiegend im Job ein, 13 Prozent nutzen sie privat.

Gründe für Zurückhaltung

Unter jenen, die KI bisher nicht verwenden, dominieren fehlender Bedarf und Unsicherheit. 48 Prozent der Nicht-Nutzer sehen keinen konkreten Nutzen, 32 Prozent wissen nicht, wofür sie KI einsetzen könnten. 33 Prozent äußern grundsätzliches Misstrauen gegenüber der Technologie.

Sandra Trummer-Gabler, Geschäftsführerin von world4you, sieht darin eine klare Aufgabe für die Branche: Die Neugier sei vorhanden, nun müsse es gelingen, konkrete Anwendungsfälle aufzuzeigen und KI in bestehende Arbeitsabläufe zu integrieren. Erst dadurch könne aus dem Ausprobieren ein nachhaltiger Mehrwert für den digitalen Alltag und den Wirtschaftsstandort Österreich entstehen.

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