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Frühe Menopause - früher herzkrank

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Laut Studie 40 Prozent höheres Risiko für Herzinfarkt
©HELMUT FOHRINGER, APA
Frauen, die vorzeitig in die Menopause kommen, entwickeln schnell eine erhöhte Gefährdung durch Erkrankungen der Herzkranzgefäße in der Form eines Herzinfarkts. Das Risiko steigt bei Eintritt in den Wechsel unter 40 Jahren um rund 40 Prozent, hat vor kurzem eine US-Studie ergeben.

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Die wissenschaftliche Untersuchung von Priya Freaney von der Northwestern University Feinberg School of Medicine (Chicago/USA) und ihren Co-Autoren ist vor wenigen Wochen in "JAMA Cardiology" erschienen (doi: 10.1001/jamacardio.2026.0212). Die Forschungsfrage, so die Wissenschafter: "Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem vorzeitigen Einsetzen der natürlichen Menopause und dem lebenslangen Risiko einer koronaren Herzkrankheit?"

Um das zu klären, analysierten die Wissenschafter die Gesundheitsregisterdaten und persönlichen Angaben - hier besonders die ethnische Herkunft - von 6.514 weißen und von 3.522 Frauen afroamerikanischer Herkunft. Die in die Studie eingeschlossenen Frauen stammten aus sechs international bekannten amerikanischen Epidemiologieuntersuchungen. Zu Beginn hatte keine von ihnen eine koronare Herzerkrankung. Das mittlere Alter betrug etwas mehr als 60 Jahre. Die Nachbeobachtung umfasste insgesamt 163.000 Personenjahre. Als vorzeitige Menopause wurde das Ausbleiben des Menstruationszyklus im Alter unter 40 Jahren definiert.

Seit langem ist bekannt, dass Frauen durch ihre Geschlechtshormone (Östrogen) vor dem Entstehen von Atherosklerose und somit auch vor dadurch bedingten Herzerkrankungen wie Verengungen der Herzkranzgefäße, Angina pectoris und Herzinfarkt eher geschützt sind. Danach holen sie aber im Vergleich zu den Männern in negativer Hinsicht massiv auf.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung stützten diese Erkenntnisse stark, als man die Häufigkeit von nicht tödlichen und tödlichen Herzinfarkten über die gesamte Lebenszeit als Kriterium heranzog: Vorzeitige Menopause war im Vergleich zu späterem Wechsel sowohl bei schwarzen als auch bei weißen Frauen mit einem insgesamt rund 40 Prozent höheren Risiko für eine koronare Herzkrankheit verbunden. Hier gab es mit plus 41 Prozent bzw. plus 39 Prozent de facto keinen Unterschied nach ethnischer Zugehörigkeit. Allerdings kam es bei Probandinnen afroamerikanischer Herkunft wesentlich häufiger zu vorzeitiger Menopause. Sie erkrankten auch im Mittel fast ein Jahr früher an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße. Bei weißen Frauen wurde ein ähnlicher Trend registriert, der aber statistisch nicht signifikant war.

"In dieser Kohortenstudie (Untersuchung an bestimmter Personengruppe; Anm.) war eine vorzeitige Menopause bei schwarzen und weißen Frauen mit einem um 40 Prozent erhöhten Lebenszeitrisiko für koronare Herzkrankheit (KHK) verbunden. Dies deutet darauf hin, dass ein vorzeitiger Beginn der Menopause ein wichtiger Risikofaktor für das Lebenszeitrisiko ist und routinemäßig in der klinischen Praxis untersucht werden sollte, um gegebenenfalls präventive Maßnahmen zu intensivieren", schrieben die Wissenschafter.

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