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"Festival der Roboter" will am Karlsplatz faktenbasiert informieren

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Peter Hanke (l.), Andreas Kugi (m.) und TU-Wien-Rektor Jens Schneider (r.)
©APA, HANS KLAUS TECHT
Es ist ein durchaus auch fragenbelastetes Thema: die fortschreitende Verschränkung der Arbeitswelt mit KI und Robotik. Am Karlsplatz will man am 30. und 31. Mai im Vorfeld der größten wissenschaftlichen Robotikkonferenz (ICRA, 1.-5. Juni) in Wien das Gebiet faktenbasiert und auch optimistisch umreißen. Gleichzeitig möchte man zeigen, "dass Österreich in dem Bereich nicht irgendwo steht", so Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ).

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Mit dem "Festival der Roboter" läutet man möglichst publikums- und breitenwirksam die "International Conference on Robotics and Automation" (ICRA) ein, die rund 7.000 Expertinnen und Experten nach Wien bringen wird. Das Feld werde bei weitem nicht nur von den USA, China oder Indien bestellt, erklärten Experten vor Journalisten. Ja, man sehe immer wieder gut produzierte Videos mit humanoiden oder an Tiere angelehnten Robotern, die Erstaunliches oder eben auch Beängstigendes leisten, aus diesen Ländern. Europa und vor allem Österreich seien aber etwa im Bereich der automatischen oder robotisch unterstützten Produktion ganz vorne dabei, so der wissenschaftliche Direktor des Austrian Institute of Technology (AIT), Andreas Kugi.

Im Gegensatz zu manchem, was aus China oder den USA kommt, entwickle man Systeme, für die man auch Sicherheitsgarantien geben kann. Das dauere vielleicht manchmal etwas länger, zahle sich langfristig aber aus, so Kugi, der auch Professor für Komplexe Dynamische Systeme an der Technischen Universität (TU) Wien ist. Sehe man sich internationale Kennwerte an, liege Österreich im Bereich "Robotics" leicht über dem EU-Schnitt, betonte TU-Wien-Rektor Jens Schneider. Man sei hier also "gut aufgestellt", müsse aber die "PS aus der Forschung besser auf die Straße bringen". Die Straße, das sind etwa die Produktionshallen der Gegenwart und Zukunft, wo es unter dem Stichwort "Advanced Manufacturing" zunehmend darum geht, recht unterschiedliche Produkte in eher kleinen Stückzahlen möglichst flexibel herzustellen.

"Es ist noch ein langer Weg bis zu flexiblen Systemen", in denen zum Beispiel humanoide Robotik in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz (KI) mehr oder weniger autonom in der Fertigung mit menschlichen "Kollegen" interagiert, meinte Kugi. Insgesamt sei aber gerade diese Verbindung von Robotik und KI die Zukunft, gab sich Schneider überzeugt. Um hier dabei zu bleiben, brauche es auch eine gute Übersetzung von Ideen aus der Forschung in Anwendungen in der Industrie. Universitäres Know-how sollte eben nicht nur in wissenschaftlichen Publikationen, sondern in Start-ups oder schon länger bestehenden Unternehmen landen, so der TU-Rektor.

Dort sind robotische Systeme hierzulande auch schon recht weit verbreitet: Mit 219 Industrierobotern pro 100.000 Beschäftigten liegt Österreich weltweit auf Rang 15, sagte Hanke. In der "Industriestrategie 2035" ist die Robotik als eine der neun Schlüsseltechnologien enthalten. Es gelte nun in dem Bereich weiter Schwerpunkte zu setzen und die angewandte Forschung zu stärken, so der mit den Innovationsagenden betraute Minister.

Was es dazu alles zu besprechen und herzuzeigen gibt, soll am letzten Maiwochenende am Karlsplatz auch möglichst familiengerecht und bei freiem Eintritt dargestellt werden. Das "Festival der Roboter" wickelt die Klima- und Innovationsagentur der Stadt Wien (UIV) im Auftrag der TU Wien und der AIM Group Austria ab. Eröffnet wird die Veranstaltung am Samstagnachmittag u.a. von Emily Kate Genatowski (Universität Wien), die im Rahmen eines Experiments tatsächlich mit einem humanoiden Roboter zusammenlebt und über diese (noch) exotische Partnerschaft sprechen wird. Neben zahlreichen Demonstrationen von Robo-Systemen, wie einem autonomen Kran vom AIT und der Firma Palfinger, soll es etwa auch darum gehen, wie mehr Frauen und Mädchen für den Bereich motiviert werden können.

Man arbeite tatsächlich schon lange daran, die Frauenquote in der Technik und angewandten Forschung zu erhöhen, betonte auch Marko Miloradovic, Geschäftsführer des "Wiener Arbeitnehmer*innen Förderungsfonds" (waff). Er ortete beim Thema "Robotik, Automatisierung und KI" auch eine "legitime Sorge" vieler Menschen bezüglich ihrer zukünftigen Erwerbstätigkeit. In dem Bereich würden aber auch viele Arbeitsmarktchancen liegen. Die Wirtschafts- und Technikgeschichte zeige eigentlich, dass "Maschinen Berufe nur selten komplett ersetzen", meinte Miloradovic, der mit dem waff auch das noch bis 15. Juni laufende "Future Fit Festival" verantwortet, wovon das Robotik-Festival wiederum ein Teil ist. Klar sei, dass es in unserer im Schnitt alternden Gesellschaft Lücken geben wird, die vermutlich auch mit Robotik gefüllt werden müssen.

(S E R V I C E - www.roboterinwien.com ; https://2026.ieee-icra.org )

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Hans Klaus Techt/HANS KLAUS TECHT

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