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46 neue Arzneimittel-Innovationen in Europa im Jahr 2025

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Weiterhin Negativtrend bei klinischen Studien in Europa
©APA, GINDL, Themenbild, Barbara Gindl
46 neue Arzneimittel mit ebenso vielen neuen Wirkstoffen sind 2025 auf den europäischen Markt gekommen. "Das ist die zweitbeste Bilanz der vergangenen zehn Jahre an zugelassenen Arzneimitteln", stellte Günter Waxenecker, Leiter der Medizinmarktaufsicht in der AGES, bei einer Pressekonferenz mit dem Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie (FOPI) am Dienstag fest. Der Trend der rückläufigen Zahl an klinischen Studien in Europa setzte sich jedoch weiter fort.

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Positiv wurde der Anteil an Forschung und Entwicklung in der Branche erwähnt, der ein "wesentlicher Aspekt" sei und mit einer Reinvestitionsquote von 13,5 Prozent vor anderen Industrien positioniert ist. So liege etwa der reinvestierte Umsatzanteil im IT-Software-Sektor bei knapp elf Prozent. Was die negativen Aspekte betrifft, da verringerte sich der Anteil in der EU an allen globalen derartigen Studien zwischen 2013 und 2023 von 18 Prozent auf neun Prozent, erläuterte FOPI-Präsidentin Ute Van Goethem. Das führe auch dazu, dass weniger Patienten und Patientinnen die Möglichkeit haben, frühzeitig von neuen Ansätzen zu profitieren. Es gelte daher, möglichst viele klinische Studien wieder nach Österreich zu bringen, so Van Goethem, damit Betroffene "nicht erst von zugelassenen Medikamenten" profitieren.

Vier der seit dem Vorjahr neu zugelassenen Arzneimittel stellte AGES-Medizinmarktaufsichtsleiter Waxenecker detaillierter vor. Es handle sich jeweils um herausragende Beispiele, wie etwa Beremagene geperpavec, die erste Gentherapie für Epidermolysis bullosa, besser bekannt als die Krankheit der Schmetterlingskinder. "Es ist eine Gentherapie auf Salbenbasis", erläuterte Waxenecker. Geeignet ist sie für die Erkrankungsform "Epidermolysis bullosa dystrophica" (EBD) und sorgt für eine verbesserte Wundheilung der Betroffenen.

Für die Behandlung von Alzheimer im Frühstadium kamen Lecanemab und Donanemab auf den EU-Markt. Es seien die ersten beiden "Alzheimer-spezifischen monoklonalen Antikörper". Deren Anwendung zielt dabei auf Personen mit einer frühen symptomatischen Alzheimer-Erkrankung, die zudem nicht "homozygot" auf ein bestimmtes Risiko-Gen sein dürfen. Aber, so Waxenecker, "der große Durchbruch bei Alzheimer steht noch aus." Für die innovative Behandlung der entzündlichen Fettlebererkrankung (MASH) - eine der häufigsten Ursachen für Leberzirrhose und Leberkrebs - wurde Resmetirom vorgestellt. Es sorge für eine Verringerung der Leberentzündung und des Leberfettgehalts, womit das Risiko für ein Fortschreiten verringert werde.

Die Rolle der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei neuen Medikamenten in der EU konnte Waxenecker dann als weiteren Erfolg präsentieren. Demnach war die Medizinmarktaufsicht 2025 im zentralen Zulassungsverfahren 16-mal als Rapporteur, viermal als Co-Rapporteur und viermal in multinationalen Gutachter-Teams beteiligt. "Österreich zählt damit zu den Top-Playern - und das nicht nur bei den Zulassungsverfahren, wo wir den zweiten Platz belegen, sondern auch bei der wissenschaftlichen Beratung, wo wir im EU-weiten Ranking an der Spitze stehen", bilanzierte Waxenecker.

THEMENBILD - Illustration zum Thema "Pharmazie / Medikamente / Tabletten", aufgenommen am 7. Juli 2014 in Salzburg. FOTO: APA/BARBARA GINDL

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