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Einkommensungleichheit nimmt zu - Österreich recht stabil

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Trends bei Einkommensverteilung unterscheiden sich zwischen Ländern
©APA, GEORG HOCHMUTH, Themenbild
Zwischen 1995 und 2021 nahm die Einkommensungleichheit in der Erwerbsbevölkerung in zahlreichen Ländern dies- und jenseits des Atlantiks zu. Im Fachjournal "PNAS" zeigt ein Forschungsteam, dass das vor allem mit dem Abbau von steuerlichen Maßnahmen und Transferleistungen zusammenhängt, die ausgleichend wirken. Besonders stark abgebaut wurde die Umverteilung in Nordeuropa oder Deutschland - mit entsprechender Zunahme der Ungleichheit. Österreich zeigt sich hier relativ stabil.

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Mit der Entwicklung länderübergreifender Einkommensunterschiede in den vergangenen Jahrzehnten hat sich ein weitverzweigtes Team um Forschende vom Institute for Fiscal Studies in London und von der University of Kentucky (USA) in insgesamt 17 Ländern Europas sowie in Kanada und den USA auseinandergesetzt. Wie sich die Situation in relativ reichen Industriestaaten - darunter auch Österreich - im Detail verändert hat, sei etwa im Hinblick auf die Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 oder die Covid-19-Krise 2020 bis 2021 besonders interessant, da hier verschiedene Länder sehr unterschiedlich agiert haben, schreiben die Expertinnen und Experten, zu denen auch Forschende der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien, vom in der Bundeshauptstadt ansässigen "European Centre for Social Welfare Policy and Research", der Central European University (CEU) Wien und vom WIFO zählen.

Das Team sah sich jeweils die Haushaltseinkommensdaten der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zwischen 25 und 60 Jahren und die steuerlichen Bedingungen und Transferleistungen, wie etwa in Österreich das Kinder- oder Arbeitslosengeld, in den einzelnen Staaten über die Zeit hinweg an und verglich diese. Die Einkommen wurden an Veränderungen in den Bereichen Bildung, die unterschiedlich alternde Bevölkerung und die Haushaltsstruktur in den jeweiligen Ländern angepasst. Als Ausmaß der Ungleichheit wurde der sogenannte "Gini-Koeffizient" herangezogen, der angibt, wie gleich oder ungleich Einkommen verteilt sind. Bei einem Koeffizienten von null hätten alle Menschen in Österreich das gleiche Einkommen, bei einem Wert von eins würde das gesamte Einkommen im Land auf eine einzige Person entfallen. In der Analyse nahmen die Forschenden diese Werte mal 100.

In rund der Hälfte der untersuchten Länder nahm demnach die Verteilungsgerechtigkeit innerhalb der Staaten zu, in der anderen Hälfte war es umgekehrt. In den USA - dem Land mit dem höchsten Unterschied - nahm der Gini-Wert von knapp unter 35 ausgehend bis zum Beginn der Covid-Pandemie im Jahr 2020 kontinuierlich weiter zu. Besonders markant ist der Anstieg der Ungleichheit in nordischen Ländern. In Dänemark schnellte der Wert von etwas über 20 auf knapp unter 30 hinauf. In Schweden gab es eine ähnliche, aber etwas abgeschwächte Entwicklung. Andererseits gab es in Irland und Portugal starke sowie in Kanada, Frankreich, Griechenland oder Spanien moderate Ungleichheitsrückgänge zu beobachten. Österreich zählt zu jener Gruppe, wo der Gini-Koeffizient laut den Autoren "bemerkenswert stabil" geblieben ist. Nach einer leichten Zunahme in etwa in den Jahren 2007 bis 2014 lag man um 2021 bei einem Wert von 25.

Alles in allem sehen die Studienautoren eine im Durchschnitt zunehmende Einkommensungleichheit. Das liege vor allem daran, dass die Länder einander tendenziell ähnlicher werden: Der treibende Faktor dahinter seien großteils Änderungen bei den Transferleistungen und in den Steuersystemen, die insgesamt im Untersuchungszeitraum immer weniger ausgleichend gestaltet wurden, heißt es in der Arbeit. Vor allem in den Ländern Nordeuropas wurden Maßnahmen zur Umverteilung Schritt für Schritt zurückgefahren. Unter den mitteleuropäischen Staaten zeigte sich etwas weniger ausgeprägt ein ähnlicher Trend vor allem in den Niederlanden und Deutschland. In unserem Nachbarland wurden Umverteilungsmaßnahmen vor allem ab den Jahren 2008/2009 relativ stark zurückgefahren.

(S E R V I C E - https://dx.doi.org/10.1073/pnas.2625474123 )

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