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Als planetare Grenzen werden miteinander verbundene Erdsystem-Prozesse definiert, die sich innerhalb sicherer Grenzen bewegen müssen, um die Stabilität und Widerstandsfähigkeit unseres Planeten zu erhalten. Sieben der neun planetaren Grenzen liegen den Angaben zufolge inzwischen außerhalb des sicheren Bereichs. Zuletzt war 2025 auch die planetare Grenze für Ozeanversauerung überschritten worden.
Alle sieben Grenzen - Klimawandel, Integrität der Biosphäre, Veränderung der Landnutzung, Veränderung des Süßwasserkreislaufs, Veränderung der biogeochemischen Kreisläufe, Eintrag menschengemachter Substanzen und Ozeanversauerung - sind dem aktuellen Planetaren Gesundheitscheck zufolge mittlerweile so stark überschritten wie nie zuvor. Nur bei der Ozonschicht und der globalen Aerosolbelastung der Atmosphäre habe sich die Lage im vergangenen Jahrzehnt verbessert, erläuterten die Autorinnen und Autoren. Bei den Aerosolen liege die Belastung trotz globaler Fortschritte in einigen Regionen aber weiterhin außerhalb des sicheren Bereichs.
"Die Diagnose ist eindeutig: Der Druck auf alle planetaren Grenzen, die bereits außerhalb des sicheren Handlungsraums liegen, nimmt weiter zu", sagte PIK-Forscher Boris Sakschewski, der Leitautor des Berichts. Damit steige das Risiko "großräumiger, langfristiger und potenziell unumkehrbarer Veränderungen". "Gleichzeitig wird unser Spielraum, diesen Problemen wirksam zu begegnen, immer kleiner", warnte Sakschewski.
"Wir wissen, was zu tun ist, und haben die Möglichkeiten und Lösungen, um gegenzusteuern", fügte PIK-Direktor und Co-Autor Johan Rockström hinzu. Wichtig sei jetzt, schnell zu handeln, "um bei allen planetaren Grenzen in den sicheren Handlungsraum zurückzukehren". "Nur so können wir unser Leben und unsere Lebensgrundlagen schützen und Wohlstand für alle auch in Zukunft sichern", erklärte Rockström.
In diesem Jahr nahm der Bericht vor allem natürliche Kohlenstoffsenken in den Blick: Vegetation und Böden nehmen einen erheblichen Teil der vom Menschen verursachten Kohlendioxid-Emissionen auf. Wiederholte Hitze, Dürren, Brände und die Schädigung von Ökosystemen können diese Aufnahme jedoch verringern und Ökosysteme können sich auf diese Weise in einigen Regionen von CO2-Speichern zu CO2-Quellen entwickeln.
Die Autorinnen und Autoren gingen daher der Frage nach, ob Modelle, mit denen die Kohlendioxidaufnahme an Land berechnet wird, deren Widerstandsfähigkeit möglicherweise überschätzen. "Unser Weg zu Netto-Null-Emissionen ist auf funktionierende Kohlenstoffsenken angewiesen", führte Sakschewski aus. "Aktuelle Beobachtungen sind ein Warnsignal dafür, dass unser Planet möglicherweise einen Teil seiner Fähigkeit verliert, die zunehmenden, von uns verursachten Belastungen abzupuffern."
ARCHIV - Die NASA-Aufnahme von 2006 zeigt die westliche Hemispähre der Erdkugel. Der UN-Klimagipfel von Kopenhagen wird auf jeden Fall in die Geschichtsbücher eingehen. Ob unsere Kinder und Enkel im Jahr 2050 über dieses Treffen der Superlative als Erfolg oder Desaster der Weltpolitik lesen werden, ist allerdings offen. Es geht um nichts weniger als die Rettung des Planeten vor den dramatischen Folgen der Erderwärmung, vor Fluten, Dürren, Artensterben, Hungerkatastrophen und Flüchtlingswellen. Foto: NASA/Goddard Space Flight Center (zu dpa-Themenpaket vom 26.11.2009, Korr. "Klimagipfel: Zwei Wochen, um die Welt zu retten") ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung +++(c) dpa - Bildfunk+++
