von
"Diese Transformation vollzog sich wahrscheinlich in vier Schritten", schreiben die Forscher um Martin Loose vom Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg (NÖ) in einer Aussendung. Erstens: In anderen Bakterien ist die Bauanleitung für jenen Apparat (ParMC) auf kleinen unabhängigen Erbgutringen dokumentiert, die nicht lebenswichtig sind, aber oft nützliche Gene etwa für Antibiotikaresistenzen tragen. Bei den vielzelligen blaugrünen Bakterien (Cyanobakterien) kam sie gleichsam ins große Zentralarchiv, also Hauptchromosom. Die Forscher glaubten deshalb zunächst, dass ParMC dort anstelle der Plasmiden- die Chromosomen-Trennung verwaltet. Das ist aber nicht der Fall.
Stattdessen ist der Apparat bei Anabaena eben für die Form der einzelnen Zell-Perlen verantwortlich. Dafür musste sich zweitens die Größe und Struktur seiner Komponenten ändern, damit diese - drittens - an der äußeren Hülle (Membran) anhaften und ihre Gestalt bestimmen können, erklärten sie. Letztlich geriet er unter die Kontrolle eines zusätzlichen Regulatorsystems, möglicherweise um die neue Funktion adäquat zu gewährleisten. Der Apparat hat bei den anderen Bakterien "Par" im Namen, denn hier partitioniert er Plasmide. Die Klosterneuburger Wissenschafter veränderten diesen Namensteil bei Anabaena nun zu "Cor", weil "CorMR" bei ihnen die Hülle - lateinisch Cortex - formt.
(S E R V I C E - https://dx.doi.org/10.1126/science.aea6343 )
MARIA GUGGING - ÖSTERREICH: FOTO: APA/Loose Gruppe | ISTA






