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Archäologen entdecken Basilika des römischen Architekten Vitruv

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In Italien haben Archäologen die Überreste einer mehr als 2.000 Jahre alten Basilika entdeckt, die dem altrömischen Architekten Vitruv zugeschrieben wird. Der Fund in der mittelitalienischen Stadt Fano stimme in außergewöhnlicher Weise mit den Beschreibungen überein, die Vitruv in seinem Werk "De architectura" hinterlassen habe, teilte Kulturminister Alessandro Giuli mit.

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Der Minister sprach von einem "sensationellen Fund", der noch Generationen beschäftigen werde. Vitruv, der im 1. Jahrhundert vor Christus lebte, gilt als "Vater der Architektur". Seine Lehre von den Proportionen prägte die Baukunst über Jahrhunderte und inspirierte unter anderem Leonardo da Vinci zum berühmten "Vitruvianischen Menschen".

Nach Einschätzung der Archäologen handelt es sich bei den freigelegten Strukturen um eine öffentliche Basilika. Der Bürgermeister von Fano, Luca Serfilippi, bezeichnete den Fund als "Entdeckung des Jahrhunderts". Seit mehr als 500 Jahren hätten Forscher nach diesem Bauwerk gesucht.

Der regionale Denkmalpfleger Andrea Pessina erklärte, es gebe eine "vollständige Übereinstimmung" zwischen den Ausgrabungen und den antiken Texten. Die Basilika habe einen rechteckigen Grundriss mit zehn Säulen an den Längsseiten und jeweils vier an den Schmalseiten. Als bei den Arbeiten vier Säulenreste gefunden wurden, hätten Archäologen anhand der Beschreibungen Vitruvs die genaue Position einer weiteren Säule berechnet - und diese bei den Grabungen sofort bestätigt. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, wie groß der noch unterirdisch erhaltene Teil der Basilika ist und ob die Fundstätte künftig für Besucher geöffnet werden kann.

Vitruv (Marcus Vitruvius Pollio) war ein römischer Architekt, Ingenieur und Architekturtheoretiker. Er lebte im 1. Jahrhundert v. Chr. Als junger Mann genoss er nach eigenen Angaben eine Architektenausbildung, die zur damaligen Zeit auch das Ingenieurwesen umfasste. Im Bürgerkrieg war er unter Gaius Iulius Caesar für den Bau von Kriegsmaschinen verantwortlich und zog mit diesem auch nach Spanien, Gallien und Britannien.

Nach Caesars Ermordung im Jahr 44 v. Chr. übernahm er die gleiche Funktion auch im Heer von Kaiser Augustus und wurde um 33 v. Chr. aus dem Heeresdienst entlassen. Danach arbeitete er als Architekt und als Ingenieur am Bau des Wassernetzes in Rom, wo er ein neues System der Wasserverteilung einführte. Zu seinen Errungenschaften als Architekt gehörte der Bau der Basilika von Fanum Fortunae, dem heutigen Fano.

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