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Die veränderte klimatische Lage und die damit verbundenen steigenden Temperaturen sowie höheren Verdunstungsraten führten zu neuen Niederschlagsmustern. So kommt es häufiger zu Extremwetterereignissen. Wasser versickert auch weniger in tiefen Bodenzonen, was zur Folge hat, dass weniger Grundwasser neu gebildet wird.
Starkregen fließt laut der Analyse der Expertinnen und Experten oft rasch oberflächlich ab. Geringe Niederschläge werden in der Vegetationsperiode von Pflanzen in Anspruch genommen oder verdunsten. Zusätzlich gehe durch das Abschmelzen der Gletscher langfristig eine weitere Wasserreserve verloren. "Diese Entwicklungen verringern die Neubildung von Grundwasser und verschärfen die Situation vor allem in sensiblen Regionen", hieß es in dem Bericht.
Viele Regionen müssten sich darauf vorbereiten, dass künftig weniger Grundwasser zur Verfügung stehe. Prognosen zufolge könnten die verfügbaren Ressourcen bis 2050 um bis zu 23 Prozent zurückgehen. Gleichzeitig wird aber der Wasserbedarf voraussichtlich um bis zu 15 Prozent ansteigen, was die Trinkwasserversorgung, Ökosysteme, die Industrie und die Energieproduktion betrifft. Der Wasserbedarf kann sich in der Landwirtschaft bis 2050 beinahe verdoppeln.
Der Bericht wird alljährlich im Auftrag des Klima- und Energiefonds sowie aller neun Bundesländer durch das Climate Change Centre Austria (CCCA) in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur (Boku) und der Geosphere Austria durchgeführt. Er will aufzeigen, welche Anpassungsmöglichkeiten und Handlungsoptionen zur Verfügung stehen, um negative Folgen in den am stärksten betroffenen Bereichen zu verhindern oder abzumildern. Ergänzt wird der Bericht um eine Studie vom Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) und der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), die die erheblichen wirtschaftlichen Risiken zunehmender Dürreperioden aufzeigt.
"Längere Trockenperioden und steigende Temperaturen erhöhen den Wasserbedarf und setzen gleichzeitig unsere Wasserressourcen zunehmend unter Druck. Um gegenzusteuern, investieren wir laufend in die Wasserinfrastruktur", sagte Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP). Gleichzeitig würde die Resilienz der Landwirtschaft nach Aussagen des Ministers durch die Förderung von Wasserrückhaltebecken und effiziente Bewässerungssysteme gestärkt. Für all jene Maßnahmen müsse auch das notwendige Budget zur Verfügung gestellt werden, so Totschnig.
Die WIFO-Studie in Zusammenarbeit mit der AGES mache zudem auf die großen volkswirtschaftlichen Risiken bei zunehmenden Dürreperioden in der Landwirtschaft aufmerksam. Die Auswirkungen würden Zuliefer- wie auch Verarbeitungsbetriebe treffen: Je nach Szenario könnten jährlich bis zu 600 Millionen Euro an Wertschöpfung verloren gehen und bis zu 9.300 Arbeitsplätze gefährdet sein, hieß es in dem Bericht. Klimawandelanpassungen seien daher dringend erforderlich.
"Grundwasser ist eine zentrale Ressource - nicht nur für die Trinkwasser-, sondern zunehmend auch für die Energieversorgung. Sinkende Grundwasserstände und veränderte Abflussverhältnisse beeinflussen bereits heute die Stromproduktion aus Wasserkraft, insbesondere in den Sommermonaten. Gleichzeitig gewinnt die Nutzung von Geothermie und damit verbunden dem Grundwasser zur Gebäudekühlung in Zeiten zunehmender Hitze an Bedeutung", sagte der Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, Bernd Vogl. Um diese Potenziale langfristig zu sichern, brauche es ein integriertes Management der Wasser- und Energiesysteme sowie gezielte Investitionen in klimaresiliente Infrastrukturen.
Die Studie mache deutlich, dass auch "ein wasserreiches Land wie Österreich vor wachsenden Herausforderungen steht", erklärte Herbert Formayer, wissenschaftlicher Leiter des Berichts und Professor am Institut für Meteorologie und Klimatologie (Boku). Besonders in intensiv genutzten Regionen könnten die Entwicklungen zu saisonalen Engpässen führen. "Um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten, sind vorausschauendes Wassermanagement, Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen und konsequenter Klimaschutz dringend erforderlich."
Die Naturschutzorganisation WWF fordert angesichts des Berichts und der sich verschärfenden Klimakrise einen konsequenten Ausbau naturbasierter Lösungen sowie eine deutlich stärkere Finanzierung von Natur- und Klimaschutzmaßnahmen. "Längere Dürreperioden, sinkende Grundwasserstände und zunehmende Extremwetter zeigen deutlich: Wir müssen unsere Landschaften dringend klimaresilient machen. Dafür braucht es auch deutlich höhere Investitionen in die Wiederherstellung und den Schutz unserer Ökosysteme. Der Naturschutz darf in der Klimakrise nicht weiter unterfinanziert bleiben", sagte WWF-Klimasprecherin Viktoria Auer.
Der WWF fordert daher von der Regierung eine Biodiversitäts-Milliarde, finanziert durch den Abbau umweltschädlicher Subventionen. "Jeder Euro für Renaturierung und natürlichen Wasserschutz reduziert langfristig die Kosten durch Dürre, Hochwasser und andere Klimaschäden. Das muss sich auch im kommenden Doppelbudget widerspiegeln", sagte Auer
Im Vorjahr war es in Österreich laut Analysen sehr warm und mit 1.700 Sonnenstunden auch sehr sonnig sowie deutlich zu trocken. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge lag bei 881 Millimeter. Mit einer Durchschnittstemperatur von plus 7,9 Grad zählt es zu den achtwärmsten Jahren seit Beginn der Messungen.
( S E R V I C E - Mehr Informationen zum Bericht unter https://go.apa.at/hf94HcBx und https://go.apa.at/XUaL65ug )






