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Im Vergleich zu 2023 wurde im vergangenen Jahr in den ausgewählten Medien um fast ein Viertel weniger über Klimapolitik berichtet. So ergab die Suche in der APA-Mediendatenbank diesmal 7.856 entsprechende Treffer (2023: 10.329; 2024: 9.020), der Rückgang zum Jahr 2024 betrug knapp 13 Prozent. Grundlage der Untersuchung ist eine repräsentative Stichprobe der Berichterstattung der Tageszeitungen "Der Standard", "Die Presse" und der "Kronen Zeitung" sowie von Transkripten der "Informationssendungen auf ORF2, den ORF-Regionalradios aller Bundesländer und Ö3", hieß es in der Studie.
Dabei wurden die publizierten Inhalte vom Kontext-Institut als konstruktiv, neutral oder verschleppend gewertet. Konstruktiv sei es beispielsweise "den Mehrwert effektiver Klimapolitik zu betonen", verschleppend sei es unter anderem "Scheinlösungen zu propagieren, die weder wirksam noch frei von Eigeninteressen" seien. Der Klimadiskurs sei 2025 in den genannten Medien mit einem Anteil von 69 Prozent demnach zum Großteil konstruktiv geführt worden. 26 Prozent der Berichterstattung enthielten verschleppende Inhalte. Wissenschafterinnen und Wissenschafter äußerten sich am konstruktivsten, Politiker und Politikerinnen am häufigsten verschleppend. "Der Diskurs über Wirtschafts- und Standortpolitik in Verbindung mit Klimapolitik ist überwiegend konstruktiv und stellt die Chancen der Ökologisierung für Wohlstand und Sicherheit in den Mittelpunkt. Im verschleppenden Diskurs dominieren dagegen Ängste vor Veränderung und kurzfristige wirtschaftliche Risiken", sagte Studienautorin Anna Pixer.
Die meisten klimapolitischen Aussagen der Nationalratsparteien in den untersuchten Medien kamen von der ÖVP (37 Prozent), gefolgt von den Grünen (30 Prozent). Seltener kamen SPÖ (16 Prozent) und FPÖ (12 Prozent) zu Wort. NEOS waren das Schlusslicht (fünf Prozent). Inhaltlich äußerten sich die Grünen am konstruktivsten (98 Prozent der Aussagen). Im Mittelfeld landete die ÖVP. Sie äußerte sich laut der Studie konstruktiv zu Energiethemen, verschleppe jedoch "überdurchschnittlich durch wirtschaftspolitische Risikoargumente und Blockaden zentraler EU-Klimamaßnahmen". Die FPÖ meldete sich in Klimafragen zwar seltener zu Wort (21 Aussagen), fiel aber mit Begriffen wie "Öko-Planwirtschaft" oder "Klima-Fetischisten" am häufigsten verschleppend auf (76 Prozent der Aussagen).
Größte Diskursteilnehmerin war wie in den vergangenen Jahren die Politik (27 Prozent der Berichterstattung), gefolgt von der Wissenschaft (18 Prozent der Berichterstattung). Stark gestiegen ist der Diskursanteil von Unternehmen (2024: neun Prozent; 2025: 15 Prozent). Aktivistinnen und Aktivisten kamen nur auf eine geringe Repräsentanz (zwei Prozent der Berichterstattung). Auch inhaltlich spielten Wirtschaftsfragen eine größere Rolle: Die drei am häufigst genannten Themenfelder waren Energie, Mobilität und Wirtschaft bzw. Standortpolitik. Etwa jede dritte Aussage in der gesamten Stichprobe beziehe sich auf energiepolitische Fragen oder den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energieträger und Technologien, fanden die Studienautoren heraus. Das spiegle aktuelle politische Diskussionen über Abhängigkeiten, Sicherheiten und Energiepreise wider.
"Die aktuelle Energiekrise zeigt, dass wir uns schnellstmöglich aus der Öl- und Gasabhängigkeit befreien müssen. Das erfordert einen nationalen Kraftakt - und es erfordert konstruktiven Diskurs, in dem Ökologisierung und Wirtschaftspolitik gemeinsam gedacht werden. In diesem Lichte sind die Ergebnisse des Klimadiskurs-Monitoring sehr ermutigend", sagte Tina Deutsch, die gemeinsam mit Katharina Rogenhofer dem Kontext-Institut vorsteht. Rogenhofer war Mitbegründerin von "Fridays for Future" in Österreich. Das Kontext-Institut wirbt für Klimaneutralität in Österreich und Europa. Die Studie wurde nun zum dritten Mal durchgeführt.






