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Brenner-Demo: Italien befürchtet massive Probleme

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Der Brennerkorridor wird am Samstag für den Transitverkehr gesperrt
©APA, EXPA, JOHANN GRODER, Themenbild
Die Demonstration auf bzw. bei der Tiroler Brennerautobahn (A13) am Samstag samt Totalsperre des Brennerkorridors sorgt für Aufregung in Italien. Die italienischen Behörden warnten vor erheblichen Einschränkungen auf einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas an einem verkehrsstarken Wochenende. Am 2. Juni ist in Italien Feiertag, viele Italiener planen ein verlängertes Wochenende. Aus Bayern kamen indes Appelle für einen Fokus auf den Brennerbasistunnel (BBT).

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"Der Brenner ist nicht nur ein Pass, sondern das Herz des europäischen Alpenkorridors", betonte der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti (Lega) in einer Pressemitteilung. Eine Blockade verursache schwere Belastungen für Unternehmen und Autofahrer - sowohl auf der Autobahn als auch auf Ausweichstrecken. Zwar müsse das Demonstrationsrecht gewährleistet werden, die Form des Protests sei jedoch "inakzeptabel".

Der Bozner Bürgermeister Claudio Corrarati rief die Bevölkerung auf, Autofahrten möglichst zu vermeiden und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Der Stadtchef warnte, dass das Stadtgebiet von Bozen die Auswirkungen des Protests stark zu spüren bekommen könnte, da Fahrzeuge aus Richtung Süden nach der Sperre auf das innerstädtische Straßennetz ausweichen könnten. Corrarati appellierte daher an die Bürger, am Samstag auf nicht notwendige Autofahrten zu verzichten und nach Möglichkeit Zweiräder oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Auch für die Tage vor und nach dem 30. Mai rechneten die Behörden mit erhöhtem Verkehrsaufkommen entlang der Brennerroute.

Die Verkehrspolizei in Südtirol will ihre Präsenz deutlich verstärken. Patrouillen sollen neben der A22 und den Mautstellen auch Ausweichrouten über das Pustertal, den Vinschgau sowie die Grenzübergänge Prags und Reschenpass überwachen. Auch Motorradstreifen seien im Einsatz, sagte die Leiterin der Verkehrspolizei Bozen, Katia Grenga.

Die Brennerautobahn A22 soll in Fahrtrichtung Norden ab Sterzing zwischen 10.30 Uhr und 20.00 Uhr gesperrt werden. Bei starkem Rückstau könne die Sperre bereits früher beginnen und bis nach Brixen, Klausen oder Bozen ausgeweitet werden, teilten die Behörden mit. Zur Entlastung des Verkehrsnetzes verhängte die Präfektur Verona zudem ein Fahrverbot für Lastwagen auf der A22 zwischen Verona Nord und der Grenze zur Provinz Trient. Es gilt am Samstag von 6.00 bis 20.00 Uhr.

Die Behörden riefen erneut dazu auf, Fahrten Richtung Norden auf das Notwendigste zu beschränken und Südtirol möglichst zu meiden, sofern das Ziel nicht dort liege. Als Ausweichroute Richtung Österreich wird die Strecke über die italienische Autobahn A4 nach Udine und anschließend über die Autostrada A23 zum Grenzübergang Tarvis empfohlen. Wegen des Feiertagswochenendes rund um den 2. Juni rechnete man mit besonders hohem Reiseverkehr. Reisenden wird empfohlen, sich im Voraus über die aktuelle Lage zu informieren und ausreichend Wasser sowie Verpflegung mitzuführen.

Besorgnis gab es auch erneut beim nördlichen Nachbarn: Interessensvertreter der bayerischen Wirtschaft sahen durch die Lage am kommenden Samstag einen erhöhten Handlungsdruck auf der Brennerroute verdeutlicht. "Störungen auf der viel befahrenen Brennerroute wie diese machen umso deutlicher, wie wichtig das geplante Brennerbasistunnel-Projekt ist", wurde Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw) in einer Aussendung zitiert. "Seit Jahren steuern wir auf einen Verkehrskollaps im alpenquerenden Verkehr zu", verwies dieser zudem auf zunehmende Verkehrszahlen.

Nur der Brennerbasistunnel (BBT) und seine Zuläufe könnten langfristig einen reibungslosen Güter- und Personenverkehr sicherstellen, mahnte der vbw. Das Projekt müsse "zügig und vollständig umgesetzt werden", forderte man ein. "Eine Grundsatzentscheidung zur Trassenführung auf deutscher Seite, die den Weg für eine rasche Umsetzung freimacht, ist überfällig", schloss die Interessensvertretung.

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