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Marie Kreutzer erstmals im Wettbewerb von Cannes

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Marie Kreutzer kann sich auf einen Glamourauftritt in Cannes freuen
©Getty Images North America, APA, MIKE COPPOLA
Der Erfolgslauf des österreichischen Kinos geht weiter: Marie Kreutzer ist mit ihrem neuen Werk "Gentle Monster" in den Wettbewerb der 79. Filmfestspiele von Cannes geladen. Das gaben die Programmverantwortlichen am Donnerstag bei der Pressekonferenz des Festivals in Paris bekannt. Die 1977 in Graz geborene Filmemacherin ist damit erstmals im Cannes-Wettbewerb vertreten, nachdem ihre Sisi-Biografie "Corsage" in der Schiene Un Certain Regard 2022 Weltpremiere gefeiert hatte.

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In "Gentle Monster" erzählt Kreutzer - auch als Drehbuchautorin - die Geschichte zweier Frauen, die ihr Leben Männern widmen, die dunkle Seiten haben. Dafür hat die 48-Jährige mit den beiden französischen Filmstars Léa Seydoux und Catherine Deneuve drehen können. Auch Laurence Rupp und Jella Haase finden sich im Cast des Werks, das im Vorjahr in Cannes im Rahmen der dritten Ausgabe des Investors Circle mit dem ArteKino International Prize ausgezeichnet wurde, der mit 20.000 Euro Entwicklungsgeld verbunden war. "Das Filmemachen ist ein wirkliches Gebirge, und das, was vor der Premiere passiert - die eigentliche Realisierung eines Filmes -, ist ein sehr langer Aufstieg", hatte sich Kreutzer damals gefreut. Nun scheint sie am Gipfel angekommen.

Auch in der Schiene Un Certain Regard kann sich eine österreichische Filmemacherin freuen. Die ebenfalls aus der Steiermark stammende Sandra Wollner ist hier mit ihrem dritten Spielfilm "Everytime" vertreten. Darin setzt sich die 1983 geborene Regisseurin mit Trauerverarbeitung auseinander. Dafür konnte sie Schauspielstar Birgit Minichmayr als Hauptdarstellerin für eine Tragödie um eine Mutter, deren Tochter und einen Teenager auf Teneriffa gewinnen.

Und immerhin ein wenig rot-weiß-rot fällt ein weiteres Werk im Wettbewerb aus. Als minoritäre Koproduktion ist "Das geträumte Abenteuer" der deutschen Filmemacherin Valeska Grisebach hier vertreten. Der österreichische Anteil am von der Panama Film mitproduzierten Werk beträgt 20 Prozent. "Das österreichische Cannes Line-Up zeigt, dass die heimische Filmwirtschaft sowohl bei österreichischen Filmen als auch als internationaler Partner dort brilliert, wo sich markante künstlerische Handschriften entfalten können", gratulierte Kulturminister Andreas Babler (SPÖ).

Grisebach wie Kreutzer sehen sich dabei einigen prominenten Namen im Kampf um die Goldene Palme gegenüber, wobei bis dato in Summe 20 Werke für den Wettbewerb benannt wurden. So sind die beiden Altmeister Asghar Farhadi ("Parallel Tales") und Pedro Almodovar ("Bitter Christmas") hier ebenso vertreten wie die jüngeren Kollegen Cristian Mungiu ("Fjord") und Lukas Dhont ("Coward"). Als Präsident wird heuer ab dem 12. Mai Regisseur Park Chan-wook jener Jury vorstehen, die über Vergabe der Goldenen Palme und der weiteren Preise entscheidet.

2.541 Einreichungen aus 141 Ländern habe es heuer gegeben, berichtete zum Auftakt Cannes-Direktor Thierry Frémaux. Damit lasse sich konstatieren: "Die Filmfestspiele von Cannes sind kein französisches Festival, sie sind ein Festival in Frankreich." Und auch Cannes-Präsidentin Iris Knobloch warf sich in tiefes Metaphernwasser: "Cannes bleibt ein Fels in der Brandung - keine geschlossene Festung, sondern offen."

(S E R V I C E - www.festival-cannes.com/en/ )

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