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Gleich zwei österreichische Filme im Berlinale-Wettbewerb

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Österreich hat heuer gleich zwei Eisen im Bären-Feuer der Berlinale
©AFP, APA, JOHN MACDOUGALL
Das österreichische Filmschaffen macht heuer mit einem Doppelschlag in Berlin auf sich aufmerksam: Mit Markus Schleinzers Historiendrama "Rose" und "The Loneliest Man in Town" von Tizza Covi und Rainer Frimmel sind gleich zwei heimische Produktionen im Wettbewerb der 76. Berlinale vertreten, die ab 12. Februar die internationale Filmwelt in die deutsche Hauptstadt lockt. Insgesamt rittern bis 22. Februar 22 Filme um die Goldenen und Silbernen Bären.

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Markus Schleinzer erzählt in seinem lange erwarteten Drama "Rose" mit Sandra Hüller in der Titelrolle die Geschichte einer Frau im 17. Jahrhundert, die sich inmitten des Dreißigjährigen Krieges als Mann und Erbe ausgibt. Das Erfolgsduo Tizza Covi und Rainer Frimmel erzählt in "The Loneliest Man in Town" hingegen gewohnt semidokumentarisch von der Welt des alternden Bluesmusikers Al Cook, die langsam in sich zusammenfällt und der vor einem erzwungenen Neuanfang steht.

Zu den Konkurrenten des österreichischen Duos im Wettbewerb gehört etwa der ungarische Filmemacher Kornél Mundruczó mit seinem US-Film "At the Sea", in dem Amy Adams eine Frau spielt, die aus der Rehabilitation heimkehrt. Eva Trobisch ist nun mit "Etwas ganz Besonderes" mit einem großen Familienbild im Bewerb, ihr Landsmann İlker Çatak erzählt nach seinem Erfolgsfilm "Das Lehrerzimmer" mit "Gelbe Briefe" das Drama eines Künstlerpaares, das in der Türkei ins Visier des Staatsapparates gerät. Und der türkische Erfolgsregisseur Emin Alper setzt sich in "Kurtuluş" kritisch mit einem Stammeskonflikt auseinander.

Lance Hammer erzählt mit Juliette Binoche und Tom Courtenay in "Queen at Sea" die Geschichte einer Frau zwischen den Generationen, Warwick Thornton hingegen in "Wolfram" die Geschichte der unterdrückten Ureinwohner von Australien anhand des Schicksals einer Mutter. Mit Yoshitoshi Shinomiyas Animearbeit "A New Dawn" ist auch ein Animationswerk im Bewerb vertreten, mit "YO Love is a Rebellious Bird" von Anna Fitch und Banker White ebenso ein Dokumentarfilm. Neun der 22 Wettbewerbsfilme haben (Co-)Regisseurinnen.

"Wir sind so überzeugt vom Charme dieser 22 Filme, dass wir unerschrocken sagen: 'Wer hier nichts zum Lieben findet, liebt das Kino nicht!'", zeigte sich Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle überzeugt von der eigenen Auswahl. Entscheiden über die Bärenvergabe wird dabei wie immer die Berlinale-Jury, die heuer unter dem Vorsitz von Kultregisseur Wim Wenders steht. Zwei Preisträger stehen dabei schon fest. Hollywoodschauspielerin Michelle Yeoh ("Wicked") erhält den Goldenen Ehrenbären, während Komponist Max Richter mit der Berlinale Kamera geehrt wird.

Zugleich appellierte Tuttle an die Widerstandskraft der Branche: "Die Filme sind großartig wie immer - aber wir müssen alle zusammenarbeiten, dass die Infrastruktur erhalten bleibt." Denn weiterhin gelte: "Einen Film im Kino zu sehen ist unbestritten die beste Art, die künstlerische Arbeit eines Filmschaffenden zu erfahren." Außerdem sei in der heutigen Zeit gewiss: "Wir brauchen mehr Gemeinschaftserlebnisse."

Auch abseits des Bewerbs ist der rot-weiß-rote Film heuer prominent auf der Berlinale vertreten. Bereits vor der offiziellen Programm-Pressekonferenz war bekannt gegeben worden, dass unter anderen in der Sektion Panorama Shootingstar Adrian Goiginger mit seiner Literaturverfilmung "Vier minus drei" und Sebastian Brameshuber mit dem Porträt "London" Weltpremiere feiern. Ein Berlinale Special gibt es für Ruth Beckermanns neuesten Streich "Wax & Gold" und eine Special Gala für Ulrike Ottingers in Wien gedrehten Spielfilm "Die Blutgräfin" mit Isabelle Huppert, Birgit Minichmayr und Thomas Schubert.

"Der diesjährige Rekordauftritt bei dem prestigeträchtigen Festival stellt die gesamte Bandbreite der österreichischen Filmlandschaft in ein internationales Licht", freute sich in einer Reaktion auch Kulturminister Andreas Babler (SPÖ): "Der österreichische Film brilliert dort, wo er eine starke künstlerische Handschrift und Eigenständigkeit beweisen kann." Und auch Anne Laurent-Delage, Geschäftsführerin von Austrian Films, zeigte sich überwältigt von dem Erfolg: "Dass es den österreichischen Filmen gelungen ist, sich in einer beinharten Wettbewerbssituation am europäischen Arthousemarkt so glanzvoll zu behaupten, ist ein fantastischer Erfolg und reflektiert eindrucksvoll das weitreichende internationale Potenzial des heimischen Filmschaffens."

(S E R V I C E - www.berlinale.de)

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