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Broadway-Feeling mit Schrecksekunde am Opernball

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Viel Wirbel um Sharon Stone am roten Teppich
©Helmut Fohringer, APA
Broadway-Feeling am Wiener Opernball: Von "The Carousel Waltz" bis hin zur "West Side Story", die Eröffnung des Fests beschritt am Donnerstagabend Neuland. Den 5.500 Besucherinnen und Besuchern dürfte das Experiment gefallen haben, besonders das Ballett wurde vom Publikum gefeiert. Die US-Schauspielerin Sharon Stone sorgte indes für eine kleine Schrecksekunde.

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Nach einem Interview kurz nach ihrem Eintreffen wurde die US-Schauspielerin in der Oper laut ihren Gastgebern derartig "von der Schönheit und Eleganz der Menschen überwältigt", dass sie ins nahe gelegene Hotel Sacher gebracht werden musste - auch um ihr Make-up zu erneuern. Dort konnte sie sich dann offenbar soweit erholen, dass sie wieder zurück zum Fest konnte.

Bei dem ORF-Interview zeigte Stone ein zunehmend erratisches Verhalten. Zuerst schwärmte sie davon, dass "die Polizisten so fesch sind", dann sprach sie sichtlich mitgenommen über ein "Meer von Eleganz" und "kulturellem Stolz". Bis sie schließlich unter Tränen die "Liebe zu den Mitmenschen" lobte.

Während es zuerst hieß, Stone habe eine Panikattacke erlitten, wurde dies später dementiert. Die "Freudentränen" hätten vielmehr gezeigt, "wie magisch dieser Abend ist". "Es ist völlig verständlich, dass man sich nach solchen Emotionen kurz ins Hotel zurückzieht, um sich frisch zu machen und dann in vollem Glanz zurückzukehren", so Gastgeber Karl Guschlbauer in einem Statement.

Bei der Eröffnung merkte das Publikum von dem Zwischenfall freilich nichts. Gefeiert wurde vor allem der Auftritt des Staatsballetts, das in goldenen Kostümen von Giorgio Armani den "The Carousel Waltz" aus dem Musical "Carousel" tanzte. Auch Teile der ausgewählten Musikstücke, die von der südafrikanischen Sopranistin Pretty Yende und dem französischen Tenor Benjamin Bernheim gesungen werden, versprühten viel Broadway-Feeling. So konnten die Besucherinnen und Besucher etwa bei der "Maria"-Arie und der Balkonszene aus dem weltberühmten Musical "West Side Story" von Leonard Bernstein mitschmachten. Für den Abschluss wurde dann dafür aber ein Stück ausgewählt, das als heimliche Opernball-Hymne gelten könnte: Das Trinklied aus der Oper "La Traviata" von Giuseppe Verdi.

Fran Drescher kam kurz vor 21.00 Uhr in Begleitung ihres Ex-Mannes Peter Marc Jacobson und Gastgeberin Jacqueline Lugner in die Oper. Als Kleid für den Ball entschied sich Drescher für eine Kreation von Dolce & Gabbana, deren Oberteil an einen Smoking erinnert. "Ich freue mich sehr, hier zu sein", sagte Drescher im Interview mit dem ORF. "Ich liebe diese Stadt so sehr" - vor allem das Essen, die Kunst und die Musik. Die Schauspielerin hatte auch lobende Worte für ihre Gastgeberin Jaqueline Lugner: "Sie ist eine unglaubliche Unternehmerin.

Für internationalen Flair sorgte das Unternehmen Swarovski, das auch wieder die Tiaras der Debütantinnen spendierte: In ihrer Loge nahm Jude-Law-Tochter, Iris Law, Platz. "Ich mag Wien, es ist lebendig und energiegeladen", sagte sie am Red Carpet.

Energiegeladen war es wohl auch in der "Style-Up-Your-Life!"-Loge: Bei Gastgebern Adi Weiss und Michael Lameraner waren heuer unter anderem Amelia und Eliza Spencer, die Nichten von Lady Diana, zu Gast. Erster Kommentar: "Wir lieben Wien." Gastgeber Weiss war hingegen sprachlos, dass die Spencer-Nichten tatsächlich gekommen waren. Ebenfalls in der Loge: Dschungelcamperin Evelyn Burdecki, Geiss-Töchter Shania und Davina, Model Nadine Mirada, Musiker The BossHoss und Schauspielerin Simone Thomalla.

Auch Stammgast Harald Glööckler freute sich - heuer in blond - und bezog eine Loge auf der Bühne. Comedian Oliver Pocher kam zum wiederholten Male, auch dieses Mal feierte er mit seiner Ex-Frau Sandy Meyer-Wölden. Ebenfalls anwesend waren unter vielen Ex-Fußballer Herbert Prohaska mit seiner Enkeltochter Paula "Ich darf auch in einer Loge sitzen", freute er sich.

Auch die Politik fand sich in der Staatsoper ein: Bundespräsident Alexander Van der Bellen kam wie jedes Jahr mit seiner Ehefrau Doris Schmidauer. Die Veranstaltung soll eine "Botschaft der Zuversicht" in die Welt tragen, so Van der Bellen im ORF-Interview. "Viele ausländische Gäste sehen, wie man friedlich gemeinsam feiern kann, ohne Prinzipien aufgeben zu müssen."

Nicht dabei sein konnte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) wegen eines EU-Gipfels, vertreten ließ er sich de facto von Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP). Ebenfalls ihre Runden durch die Oper drehte Partei-Kollegin und Wirtschaftsstaatssekretärin Elisabeth Zehetner. NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger kam mit ihrer philippinischen Amtskollegin Maria Theresa Lazaro. Premiere am Staatsball feierte Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler (SPÖ), der im Interview sagte, den Opernball immer Olympia vorzuziehen. Begleitet wurde er von seinem langjährigen Freund Max Minichmayr, Klient der Lebenshilfe Baden, die sich für Menschen mit intellektuellen Behinderungen einsetzt.

Ebenfalls dabei waren Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sowie Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP).

Politische Kritik gab es zu Beginn auch am Red Carpet: Die grüne EU-Abgeordnete Lena Schilling protestierte für mehr Klimaschutz und kritisierte den ökologischen Fußabdruck der reichen Menschen. Dazu trug sie ein entsprechendes Kleid mit Botschaft.

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