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Der Vorteil gegenüber anderen Anlageformen sei, dass der gesamte Depotwert einschließlich Wertzuwächse bis zum 18. Geburtstag von der Kapitalertragssteuer (KESt) in Höhe von 27,5 Prozent befreit wird, so die Ministerin. Dies gilt allerdings nicht für laufende Zinsen und ausgeschüttete Dividenden. Das Depot muss von den Banken gratis angeboten werden, weitere Kosten können aber anfallen, limitiert auf 1 Prozent jährlich. Pro Jahr können höchstens 5.000 Euro eingezahlt werden. Das Geld ist bis zum 18. Geburtstag gebunden; auch danach kann das Depot weitergeführt werden.
Budgetiert sind dafür in den kommenden beiden Jahren jeweils 40 Mio. Euro, um vor allem den Startbonus abdecken zu können. Als KESt-Entgang werden maximal 20 Mio. jährlich angenommen, allerdings nicht in der Anlaufphase: Hier sind auf Regierungsseite bis Ende des laufenden Finanzrahmens 2031 insgesamt 20 Mio. eingeplant, so SPÖ-Staatssekretärin Michaela Schmidt.
"Österreich ist ein Land der Sparer", betonte Bauer, "aber wir wissen, am Sparbuch wächst das Geld nur langsam. Mit dem Zukunftsdepot wollen wir auch die Chancen des Kapitalmarkts leichter zugänglich machen." Bei einem frühen Beginn hätten auch kleine Beträge die Chance zu wachsen. Eine bestimmte Rendite könne dabei niemand garantieren, Mündelsicherheit sei dezidiert nicht gegeben, deshalb setze man auf Risikostreuung. In einzelne Aktien oder Kryptowährungen könne etwa nicht investiert werden, dafür aber in ETFs oder den Bundesschatz - in dem auch der Startbonus veranlagt wird, wenn die Eltern kein Depot anlegen.
Auch Schmidt räumte ein, dass sich die Möglichkeiten des langfristigen Sparens und der Vermögensbildung weiterentwickelt hätten. Wichtig sei, dass es sich beim Zukunftsdepot um keine Sparmöglichkeit für die Eltern handle: "Es ist von Anfang an für das Kind bestimmt und gehört dem Kind", so die Staatssekretärin. Aus SPÖ-Sicht sei dies aber nur ein Teil eines größeren Ganzen, bei dem man Kindern alle Wege eröffnen wolle. Vor allem die Bildung und die Armutsbekämpfung gehörten hier dazu, aber auch Maßnahmen wie das zweite Kindergartenjahr, die gesunde Jause oder die tägliche Bewegungseinheit.
NEOS-Mandatar Christoph Pramhofer betonte, dass seine Partei ein ähnliches Modell bereits vor zwei Jahren forciert hätte. In zwei Rechenbeispielen versprach er finanzielle Vorteile gegenüber einem Bausparvertrag. Mit Startbonus und monatlich eingezahlten 100 Euro komme man mit einer konservativ eingeschätzten Rendite von 6,7 Prozent auf insgesamt 44.000 Euro nach 18 Jahren; beim Bausparer nur auf etwa 25.000 Euro. Noch größer sei der Unterschied, würden monatlich nur zehn Euro einbezahlt: dann seien es 6.000 bzw. nur 2.000 Euro.
Kritik übten die Grünen, die einen konkreten Gesetzesentwurf einmahnten. "Die Regierung verspricht Geldvermehrung im Schlaf. Wer das Risiko trägt und wie das Vermögen der Kinder geschützt wird, bleibt offen", erklärte Finanzsprecherin Nina Tomaselli in einer Aussendung. Besonders kritisch sieht Tomaselli die offenen Fragen zur Sicherheit der Veranlagung: "Für die Verwaltung von Kindervermögen gelten aus gutem Grund strenge Schutzregeln. Wie das Zukunftsdepot mit dem Grundsatz der mündelsicheren Veranlagung vereinbar sein soll, muss die Regierung erst erklären. Ein Aktienfonds wird durch eine Pressekonferenz nicht zur sicheren Spareinlage. Auch hohe Verluste sind möglich - im schlimmsten Fall genau dann, wenn das Kind mit 18 Jahren das Geld braucht."
