von
Im Hinblick auf den Brexit schlug Streeting einen deutlich anderen Ton an als sein früherer Chef: "Die EU zu verlassen, war ein katastrophaler Fehler", sagte er. Die Entscheidung habe dazu geführt, dass das Land weniger wohlhabend und mächtig sei. Darüber hinaus habe man einen Kontrollverlust erlitten.
Streeting fügte hinzu: "Wir brauchen eine neue, besondere Beziehung mit der EU, weil Großbritanniens Zukunft in Europa liegt und eines Tages wieder in der Europäischen Union."
Starmer hatte stets betont, er strebe weder eine Rückkehr in die EU noch in den Binnenmarkt oder die Zollunion an. Starmers Mantra lautete stets, den Brexit funktionsfähig machen zu wollen. Das Mantra basiert vermutlich auf der Angst, Teile der traditionellen Labour-Wählerschaft zu vergraulen, die für den Brexit stimmte. Allerdings erreichte Starmer damit nicht die Mehrheit der Britinnen und Briten, die den Brexit inzwischen rückgängig machen will.
Streeting positioniert sich als Konkurrent des Bürgermeisters von Manchester, Andy Burnham. Der Bürgermeister will in den kommenden Wochen den Sprung ins Parlament schaffen. Streeting betonte, er wolle mit dem Auslösen der Führungswahl abwarten, bis Burnham die Chance habe, seinen Hut ebenfalls in den Ring zu werfen. Um den Parteichef herauszufordern, ist die Unterstützung von mindestens 81 Abgeordneten aus der Fraktion notwendig.
Der charismatische Burnham gilt als aussichtsreichster Herausforderer für den politisch angeschlagenen Premierminister. Noch hat er nicht bestätigt, dass er den Regierungschef ebenfalls herausfordern will. Doch daran gibt es kaum Zweifel. Ob es ihm gelingen wird, die Nachwahl im Bezirk Makerfield nahe Manchester für sich zu entscheiden, ist aber noch ungewiss. In Makerfield errang zuletzt die rechtspopulistische Partei Reform UK bei den Kommunalwahlen einen Erdrutschsieg.






