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Die deutsche Polizei fahndet unterdessen weiter nach dem mutmaßlichen Täter hinter den Sabotage-Angriffen auf das deutsche Stromnetz. Bisher habe man ihn nicht aufspüren können, teilte die Polizei mit. Am Sonntag hatte es einen Großeinsatz im Hambacher Forst nahe Köln gegeben, allerdings wurden dort keine Hinweise auf den Mann gefunden.
Am Freitag wurden auch in Sachsen Sprengvorrichtungen in der Nähe der Umspannwerke Bärwald und Graustein entdeckt, wie die Ermittler am Montag mitteilten. Nach Hinweisen war dort die Polizei ausgerückt. Bis Sonntag war sie im Einsatz. Insgesamt fand sie in Sachsen 21 solcher Vorrichtungen.
Wegen eines Bekennerschreibens und "der Art der Sprengvorrichtungen" werde ein Zusammenhang zu den Fällen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen geprüft, schrieben die Behörden. Der Verdächtige hatte überall versucht, mit selbstgebauten Raketen einen dünnen Draht über die Hochspannungsleitungen zu schießen und so einen Kurzschluss auszulösen.
In der Nacht gab es einen Einsatz an einem Umspannwerk in Wesel am Niederrhein. Einer Polizeistreife war dort ein Loch in einem Zaun aufgefallen. "Wir sind jetzt sensibilisiert in Bezug auf solche Einrichtungen und fahren dort vermehrt Streife", sagte ein Polizeisprecher. Es habe an dem Umspannwerk aber keine weiteren Hinweise auf eine Straftat gegeben.
Wegen der Sabotage-Angriffe wird seit Tagen nach einem 48-jährigen Tatverdächtigen gesucht. Die Ermittler hatten am Samstag einen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Verdächtigen aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet veröffentlicht. Inzwischen wird auch nach einem Fahrrad gefahndet, das er möglicherweise benutzt hat.
Die Taten konzentrierten sich auf Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und zuletzt Sachsen. In allen drei deutschen Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt. Am Freitag hatten Beamte in der Gevelsberger Wohnung des Tatverdächtigen Sprengstoff gefunden. Später stürmte ein Spezialeinsatzkommando in Niederzier am Tagebau Hambach einen Lastwagen, der anscheinend zu einem Wohnmobil umgebaut worden war. Der Gesuchte wurde aber nicht vorgefunden.
Hintergrund der Fahndung sind zwei Bekennerschreiben, die bei mehreren Medienhäusern eingingen. "Das Wissen, was offenbart wird in diesen Schreiben, das ist eindeutiges Täterwissen", sagte der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt. Zum Motiv hatte Dobrindt gesagt, es handle sich sehr wahrscheinlich um "Klimaterrorismus" eines Einzeltäters. In einem Bekennerschreiben heißt es: "Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen."
