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USA hoffen auf direkte Gespräche zwischen Moskau und Kiew

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US-Gesandte Witkoff und Kushner besuchten Kiew zum ersten Mal
©Handout, Afp, Ukraine Railways, APA
Auch nach den Gesprächen der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kiew ist unklar, welche Vorschläge für eine Friedenslösung sie den Kriegsparteien vorgelegt haben. Offen ist auch, ob es zur Wiederaufnahme direkter Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland unter US-Vermittlung kommen wird. Die Rückkehr zum trilateralen Format könnte Fortschritte bringen, sagte Kushner zum Abschluss des ersten Besuchs der US-Gesandten in Kiew.

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Zuletzt waren die USA im Februar bei direkten Unterredungen zwischen Russland und der Ukraine in der Schweiz als Vermittler am Tisch gesessen. In den vergangenen Monaten lagen die Gespräche auf Eis - auch weil die USA durch den Iran-Krieg abgelenkt waren. Sowohl die ukrainische Führung als auch ihre europäischen Verbündeten werfen der Regierung in Washington vor, nicht genügend Druck auf Russland auszuüben.

US-Präsident Donald Trump hatte vor der Reise seiner Unterhändler gesagt, Witkoff und sein Schwiegersohn Kushner würden einen neuen Vorschlag mitbringen, um den Krieg zu beenden. Zwar traten Selenskyj und die beiden US-Gesandten am Sonntag in Kiew vor die Presse, doch konkrete Details aus ihren Gesprächen wurden nicht bekannt. Kushner gab zu: "Es ist wirklich ein schwieriges Problem." Er betonte aber immer wieder, wie viel Trump - der sich einst damit gebrüstet hatte, den Krieg binnen 24 Stunden beenden zu können - daran liege, eine Lösung zu finden.

An den Verhandlungen in Kiew hatten zeitweise auch die Sicherheitsberater der Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien teilgenommen. "Wir haben vereinbart, dass sich die Ukraine, Europa und Amerika in Kürze treffen werden", sagte Selenskyj im Anschluss. Einen konkreten Termin nannte er nicht.

Selenskyj bekräftigte die Ansicht, dass zur Lösung der wichtigsten Fragen im Ukraine-Konflikt, wie etwa der Aufteilung umkämpfter Gebiete, ein Treffen auf höchster Ebene nötig sei.

Beim Empfang Kushners und Witkoffs in Moskau hatte Präsident Wladimir Putin erklärt, Trumps Unterhändler hätten inzwischen das Vertrauen der russischen Seite. "Für uns ist die Zusammenarbeit mit ihnen komfortabel", sagte er.

Selenskyj bezeichnete die Gespräche mit Witkoff und Kushner als "äußerst inhaltsvoll". Allerdings machte er deutlich, dass unter dem Strich wenig Zählbares herausgekommen sei. "Sollte sich der Krieg bis zum Winter ziehen, und danach sieht es aktuell aus, brauchen wir ein "Winterpaket"", wurde er von den ukrainischen Medien zitiert.

In Kiew wird angesichts fehlender Munition für die eigenen Flugabwehrsysteme befürchtet, dass ungehinderte ballistische Raketenangriffe der Russen die kritische Infrastruktur des Landes schwer schädigen könnten. Moskau zielt immer wieder auf die Energieversorgung der Ukraine. Damit könnte die kalte Jahreszeit - mit drohenden Strom - und Heizungsausfällen - für die nach gut viereinhalb Jahren Krieg ohnehin zermürbte Zivilbevölkerung noch härter werden.

Die Ukraine brauche für die nächsten Monate einen "Plan A" und einen "Plan B", erklärte Selenskyj. Sollten verstärkte diplomatische Bemühungen und nichtmilitärische Druckmittel gegen Russland keinen Erfolg bringen, brauche es möglichst schnell eigene Schutzvorkehrungen gegen Raketen- und Drohnenangriffe. Über seine Gäste aus Washington hatte Selenskyj zuvor im Scherz gesagt, die Anwesenheit Witkoffs und Kushners habe "besser funktioniert als die Patriot-Flugabwehrsysteme" aus amerikanischer Produktion. Die beiden sollten öfter nach Kiew kommen, damit die Bewohner der Stadt ohne die ständigen russischen Angriffe ein wenig Luft holen könnten.

Kremlchef Putin hatte für die Dauer des Besuchs der US-Unterhändler eine dreitägige Pause bei den Angriffen auf Kiew verkündet. Die Ukraine verzichtete dafür darauf, die russische Hauptstadt Moskau zu attackieren. Abseits der beiden Millionenmetropolen dauerte das Kampfgeschehen an der Front an. Der Generalstab in Kiew berichtete am Abend von über 200 russischen Angriffen entlang diverser Frontabschnitte, die abgewehrt worden seien.

In Dnipro kam bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum ein Arbeiter ums Leben, drei weitere Personen wurden verletzt, wie der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram mitteilte. Von der russisch besetzten Halbinsel Krim wurden mehrere ukrainische Drohnenangriffe gemeldet. Dabei wurden nach Angaben der Behörden drei Menschen verletzt. In der grenznahen russischen Stadt Belgorod wurden nach russischen Angaben zwei Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet. Ein Todesopfer habe es in der Region Perm gegeben, teilte der Gouverneur der Region, Dmitri Machonin, mit.

Das russische Militär griff im Gegenzug nach eigenen Angaben erneut ukrainische Häfen an. Ein Schiff im Hafen von Tschornomorsk sei am Sonntagabend getroffen worden, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Das Schiff habe Militärgüter an Bord gehabt. Zudem seien am Montag Verladeanlagen im Hafen von Ismajil attackiert worden.

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