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Ukraine: Vier Tote bei russischem Angriff nahe Charkiw

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Russischer Angriff in ukrainischer Kleinstadt Bohoduchiw
©AFP, APA, HANDOUT, Ukrainian State Emergency Service
Im ukrainischen Gebiet Charkiw sind nach Behördenangaben bei einem russischen Drohneneinschlag vier Menschen getötet worden. Drei Kleinkinder und ein 34-jähriger Mann seien tot aus den Trümmern eines Hauses geborgen worden, teilte Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow auf Telegram am Mittwoch mit. Außerdem seien eine schwangere Frau (35) und eine 73-Jährige verletzt worden. Angegriffen wurde die Kleinstadt Bohoduchiw nordwestlich von Charkiw.

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In der Großstadt Saporischschja trafen russische Drohnen nach Angaben der Regionalverwaltung Teile des Stromnetzes. Für 11.000 Haushalte sei der Strom ausgefallen. Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben in der Nacht 120 russische Drohnen, von denen 112 ausgeschaltet worden seien.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, derartige Angriffe untergrüben das Vertrauen in die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges. Dies sei eine Zeit, in der Washington auf eine Friedenslösung dränge. Ukrainische und russische Vertreter hatten sich zuletzt unter US-Vermittlung in Abu Dhabi getroffen. Die US-Regierung von Präsident Donald Trump strebt Selenskyj zufolge eine Lösung noch vor dem Sommer an.

"Die russische Armee bereitet sich nicht auf einen Stopp vor, sondern auf eine Fortsetzung der Kämpfe", schrieb Selenskyj in sozialen Medien. Sicherheitsfragen hätten für die Ukraine höchste Priorität. "Solange Russland weiterhin Menschen tötet und unsere Infrastruktur zerstört, wird es auch in der aktiven Diplomatie kein ausreichendes öffentliches Vertrauen geben", schrieb Selenskyj auf X.

Eine russische Stellungnahme zu dem Angriff in Charkiw lag zunächst nicht vor. Moskau bestreitet, während des Krieges absichtlich Zivilisten ins Visier zu nehmen.

Russland überzieht das Nachbarland Ukraine seit fast vier Jahren mit einem verheerenden Krieg. Ukrainische Gegenangriffe mit Langstreckendrohnen trafen in der Nacht die Raffinerie der Stadt Wolgograd und lösten dort einen Brand aus. Der Gouverneur der russischen Region, Andrej Botscharow, bestätigte Angriffe "auf die Energie- und Zivilinfrastruktur".

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