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Der amtierende linke Präsident Gustavo Petro erklärte am Sonntagabend jedoch, er erkenne das vorläufige Auszählungsergebnis nicht an und wolle das von Richtern geprüfte Endergebnis abwarten.
Rund 41 Millionen Bürgerinnen und Bürger waren aufgerufen, einen Nachfolger Petros zu wählen, der nach der Verfassung nicht erneut kandidieren durfte. Die Abstimmung galt auch als Entscheidung darüber, ob Kolumbien den von Petro eingeschlagenen Kurs mit höheren Sozialausgaben und Verhandlungen mit bewaffneten Gruppen fortsetzt oder einen konservativeren Weg einschlägt.
Die konservative Senatorin Paloma Valencia, die vor der Wahl ebenfalls zu den aussichtsreichsten Bewerbern gezählt hatte, landete mit knapp sieben Prozent der Stimmen deutlich hinter den beiden Spitzenkandidaten. Der 63-jährige Cepeda, der in den Umfragen vor der Wahl noch geführt hatte und als Verbündeter Petros gilt, tritt für das Regierungslager an und will den Reformkurs Petros fortsetzen. Der 47-jährige De la Espriella wirbt dagegen für einen harten Sicherheitskurs, einen schlankeren Staat und ein kompromissloses Vorgehen gegen bewaffnete Gruppen.
Umfragen zufolge dürfte Cepeda in der Stichwahl einen schweren Stand haben, da sich die Wähler des rechten und der Mitte zuzuordnenden Lagers nun hinter De La Espriella vereinen könnten. Die relativ niedrige Wahlbeteiligung im ersten Durchgang - nur etwas mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten nahm teil - könnte beiden Kandidaten jedoch Spielraum bieten, zusätzliche Wähler zu mobilisieren.
Der Wahlkampf war zuletzt von einer angespannten Sicherheitslage überschattet worden. Im Vorfeld der Abstimmung kam es zu mehreren Anschlägen, bei denen Zivilisten, Soldaten und Polizisten getötet oder verletzt wurden. Die Leiterin des Kolumbien-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), Kristin Wesemann, hatte zuletzt von "einer der schwersten Gewaltwellen der letzten Jahre" gesprochen.
Petro war 2022 als erster linker Präsident in der Geschichte Kolumbiens gewählt worden. Während seine Anhänger auf sinkende Armutszahlen, höhere Sozialausgaben und Mindestlohnerhöhungen verweisen, werfen Kritiker ihm vor, mit seinem Vorhaben eines "totalen Friedens" keinen entscheidenden Durchbruch gegen bewaffnete Gruppen erreicht zu haben.





