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Mehr als 500 Betriebsrätinnen und Betriebsräte nahmen am Mittwoch an einer österreichweiten Konferenz in Graz teil. Dabei wurde die weitere Vorgangsweise für die Verhandlungen für die 130.000 Beschäftigten im privaten Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereich diskutiert und beschlossen, hieß es im Anschluss zur APA seitens der GPA.
Im Wortlaut heißt es in der Resolution: "Sollten die Kollektivvertragsverhandlungen am 26. Jänner 2026 nicht erfolgreich abgeschlossen werden, setzen die Beschäftigten am 28. bis 30. Jänner 2026 in den Betrieben koordinierte Streiks und Arbeitskampfmaßnahmen um, mit dem Ziel eines fairen Kollektivvertragsabschlusses!"
Dem Verhandlungsteam sei von den Betriebsrätinnen und Betriebsräten "der Rücken gestärkt" worden. Die "Kampfkraft in den Betrieben" sei "unverändert hoch", die Beschäftigten seien "streikbereit" und man werde "den Forderungen der Gewerkschaften GPA und vida Nachdruck verleihen, wenn am 26. Jänner keine Lösung möglich ist".
Die Kollektivvertragsverhandlungen der rund 130.000 Beschäftigten in den privaten Gesundheits-, Sozial- und Pflegeberufen laufen nun bereits seit 1. Oktober. Damals wurden die Gewerkschaftsforderungen an den Arbeitgeberverband (Sozialwirtschaft Österreich) übergeben. Der Wunsch der Arbeitnehmerseite lautet neben vier Prozent Lohnerhöhung auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, insbesondere bei Teilzeitkräften.
Die Arbeitgeberseite versteht zwar prinzipiell das Begehr der Arbeitnehmer und würde diesem laut eigenem Bekunden gerne nachkommen, verweist aber auf die schlechten äußeren Umstände. "Es geht nicht darum, was wir wollen, sondern was wir können", sagte etwa Sozialwirtschaft-Österreich-Geschäftsführerin und Chefverhandlerin Yvonne Hochsteiner im Dezember. Man müsse sich darauf konzentrieren, Einrichtungen abzusichern, es werde nicht anders gehen, als dass die Arbeitnehmer "einen großen Schritt auf uns zugehen", betonte sie damals.
Das letzte Angebot der Arbeitgeberseite sah vor, dass die kollektivvertraglichen Löhne und Gehälter ab 1. April 2026 um 2,3 Prozent steigen. Auf das Gesamtjahr 2026 gesehen würde das einer Erhöhung von 1,72 Prozent entsprechen (da für die ersten drei Monate keine Erhöhung vorgesehen wäre). Die Gewerkschaften lehnten dieses Angebot als "unzureichend" ab.
Nach dem Scheitern der dritten Verhandlungsrunde wurde seitens der Arbeitgeber im Dezember die schon davor angekündigte Streikdrohung wahr gemacht. Gestreikt wurde dann auch nach dem Scheitern der vierten Verhandlungsrunde Mitte Dezember.





