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Signa-Pleite beschäftigt italienisches Parlament

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Die Abgeordnete Alessia Ambrosi fordert von der Regierung Auskunft darüber, ob Banken und Unternehmen auch in Trentino-Südtirol durch den Milliardenkonkurs Schaden genommen haben.

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Die Insolvenz der Signa-Gruppe rund um den Tiroler Firmengründer René Benko beschäftigt auch das italienische Parlament. In einer parlamentarischen Anfrage verlangt die italienische Abgeordnete und vormalige Trienter Landtagsabgeordnete Alessia Ambrosi von der Regierung um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni Auskunft zur Rolle der europäischen und staatlichen Bankenaufsicht.

Ambrosi bezieht sich auf den Konkurs der Gruppe Signa, der über den Bozner Wirtschaftsberater Heinz Hager auch Italien berührt habe. Die Signa-Gruppe habe laut derzeitigen Erkenntnissen Schulden in Höhe von 15 Mrd. Euro angehäuft. Die Abgeordnete der Regierungspartei Fratelli d'Italia fordert von der Regierung Meloni Auskunft darüber, ob Banken und Unternehmen auch in Trentino Südtirol dadurch Schaden genommen hätten. Sie möchte wissen, was Italien auf europäischer Ebene zu tun gedenkt, um die Bankenaufsicht zu stärken.

Strukturelle Schwächen in EU-Banken- und Finanzaufsicht

Die Stellungnahme von Ambrosi zur Krise der Signa Group hebt vor allem strukturelle Schwächen in der europäischen Banken- und Finanzaufsicht hervor. Der Signa-Konzern habe laut der Abgeordneten ein stark verschuldetes, komplexes Firmengeflecht mit rund 15 Mrd. Euro Schulden aufgebaut.

Auch Italien sei betroffen, wenn auch weniger stark als andere Länder. Italienische Banken seien mit insgesamt rund 600 Mio. Euro involviert. Weitere kleinere Engagements bestünden bei regionalen Banken. Zudem hatte Signa bedeutende Immobilienprojekte in Norditalien, zum Beispiel in Bozen, Venedig und am Gardasee, schrieb die Parlamentarierin in ihrer Anfrage.

Defizite im europäischen Kontrollsystem

Der Fall zeigt laut Ambrosi klare Defizite im europäischen Kontrollsystem, wie unzureichende Koordination zwischen nationalen und europäischen Behörden, mangelnde Transparenz bei komplexen Unternehmensstrukturen sowie ungenügende Überwachung von Finanzflüssen und Verschuldung.

Diese Schwächen hätten dazu geführt, dass Risiken zu spät erkannt wurden. Ambrosi fordert daher eine stärkere und besser koordinierte europäische Bankenaufsicht, mehr Transparenz und Nachverfolgbarkeit finanzieller Strukturen, sowie den Einsatz moderner Technologien - etwa künstliche Intelligenz (KI) – zur frühzeitigen Risikoerkennung.

"Die Signa-Krise ist nicht nur ein Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem. Sie zeigt, dass die aktuelle Bankenaufsicht in Europa nicht ausreichend auf komplexe, grenzüberschreitende Konzerne vorbereitet ist – mit potenziellen Folgen auch für die Stabilität des italienischen Finanzsystems", betonte Ambrosi in ihrem Antrag.

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