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Russische Drohne trifft Hochhaus in NATO-Staat Rumänien

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Besorgnis nach Drohneneinschlag in Galati
©Afp, APA, Facebook
Eine russische Drohne hat in der rumänischen Stadt Galați nahe der Grenze zur Ukraine ein Hochhaus getroffen. Der Einschlag löste einen Brand im zehnten Stock des Gebäudes aus, zwei Leichtverletzte wurden vor Ort versorgt, wie das rumänische Innenministerium mitteilte. Es hagelte internationale Proteste, unter anderen von NATO und EU. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) verurteilte den Angriff auf der Online-Plattform X."Ich verurteile ihn auf das Schärfste!", schrieb er.

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Der russische Drohnenangriff auf Wohngebäude in Rumänien sei eine weitere gefährliche Eskalation und "absolut verwerflich", erklärte Stocker. Man stehe in "voller Solidarität hinter unseren Freunden und Partnern in Rumänien" und wünsche den Verletzten eine schnelle Genesung. Österreich unterstütze zudem uneingeschränkt die gemeinsamen europäischen Bemühungen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit und der Verteidigungsfähigkeiten gegen die Bedrohung durch Drohnenangriffe.

Auch Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) gab in einen Statement bekannt den Angriff zu verurteilen und sagte, dass Europa sich nicht einschüchtern lassen werde. "Jeder neue Angriff lässt Europa nur enger zusammenrücken."

Das Verteidigungsministerium in Bukarest hatte zuvor erklärt, Russland habe in der Nacht auf Freitag in der Ukraine in Grenznähe erneut zivile Ziele und Infrastruktur mit Drohnen angegriffen. Eine davon sei in den rumänischen Luftraum eingedrungen und über dem Hochhaus in Galați abgestürzt. Zwei Kampfflugzeuge der Luftabwehr vom Typ F-16 seien um 01:19 Uhr vom Militärstützpunkt Fetești aufgestiegen, unterstützt von einem Hubschrauber der rumänischen Luftwaffe.

Die Piloten seien befugt gewesen, Drohnen abzuschießen. Die Drohne habe sich vier Minuten lang im rumänischen Luftraum befunden, sagte Brigadegeneral Gheorghe Maxim auf einer Pressekonferenz. Sie sei so tief geflogen, dass sie vom Radar kaum zu orten gewesen sei. Das in Rumänien einsatzbereite US-Drohnenabwehrsystem Merops habe man nicht eingesetzt, da dies in einer Stadt zu riskant gewesen wäre. Die Bewohner der Grenzregionen Braila, Galati und Tulcea waren aufgerufen worden, Schutz zu suchen.

Der EU- und NATO-Staat Rumänien warf Russland nach dem Einschlag eine "schwere und unverantwortliche Eskalation" vor. Bukarest werde die notwendigen diplomatischen Maßnahmen ergreifen, um auf diesen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht und die Verletzung seines Luftraumes zu reagieren, teilt das Außenministerium mit. Rumänien wird es nach den Worten von Präsident Nicusor Dan nicht hinnehmen, dass der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine auf seine Bevölkerung übergreift.

In Rumänien wurde nun der russischer Botschafter einbestellt. "Wir werden offiziell mitteilen, welche Folgen diese Verantwortungslosigkeit seitens der Russischen Föderation für die diplomatischen Beziehungen zwischen unseren Ländern haben wird sowie die nächsten Schritte auf europäischer Ebene bezüglich der Sanktionspakete", erklärte Rumäniens Außenministerin Oana Toiu am Freitag im Onlinedienst X. Sie bezeichnete den Vorfall als "äußerst schwerwiegend" und sprach von einer "schwerwiegenden Verletzung des Völkerrechts".

Rumänien habe die Verbündeten und NATO-Generalsekretär Mark Rutte über den Vorfall informiert. Zudem habe man darum gebeten, den Transfer von Drohnenabwehrkapazitäten nach Rumänien zu beschleunigen. Die NATO hat Rumänien nach dem Einschlag einen Ausbau der Abwehrfähigkeiten in Aussicht gestellt. "Wir verurteilen Russlands Rücksichtslosigkeit, und die NATO wird ihre Verteidigung gegen alle Bedrohungen weiter stärken - auch gegen Drohnen", teilte Sprecherin Allison Hart mit. Die NATO warf ihrerseits Russland Rücksichtslosigkeit vor. Sie werde ihre Verteidigung gegen alle Bedrohungen weiter verstärken, erklärt ein Sprecher des Militärbündnisses auf der Social-Media-Plattform X. Dies betreffe auch Drohnen.

NATO-Generalsekretär Mark Rutte verurteilte den Vorfall scharf. Das rücksichtslose Verhalten Russlands sei eine Gefahr für alle, schrieb Rutte auf der Plattform X. Der Einschlag zeige erneut, dass die Auswirkungen des illegalen Angriffskrieges nicht an den Grenzen Halt machten. Die NATO sei bereit, jeden Zentimeter ihres Territoriums zu verteidigen. Das Bündnis werde seine Abschreckung und Verteidigung stärken und die Ukraine weiterhin unterstützen.

Der US-Botschafter bei der NATO, Matthew Whitaker schrieb auf der Online-Plattform X:"Wir stehen an der Seite unseres NATO-Verbündeten Rumänien und verurteilen dieses rücksichtslose Eindringen in sein Territorium." Er nannte Russland dabei namentlich nicht. Seine Gedanken seien bei den Verletzten. Die USA würden jeden Zentimeter des NATO-Territoriums verteidigen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach davon, mit dem Drohneneinschlag in Rumänien habe Russland erneut eine Grenze überschritten. "Wir stehen voll und ganz solidarisch an der Seite Rumäniens und seines Volkes", erklärt sie in einem Beitrag auf der Online-Plattform X. "Während wir unsere Sicherheits- und Abschreckungsmaßnahmen, insbesondere an unserer Ostgrenze, weiter verstärken, werden wir den Druck auf Russland weiter erhöhen."

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sieht im Eindringen einer russischen Drohne in den rumänischen Luftraum eine Bedrohung für die gesamte Schwarzmeerregion und Europa. Die russische Aggression gefährde den gesamten Kontinent, schreibt Sybiha auf der Plattform X. Die Ukraine stehe fest an der Seite Rumäniens. Die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung sei eine strategische Aufgabe, um auch die Risiken für die Nachbarstaaten zu verringern, erklärte er.

Der Einschlag der russischen Drohne zeigt nach Einschätzung des französischen Europaministers Benjamin Haddad, dass Russland eine Bedrohung für die europäische Sicherheit darstellt. "Russland hat nicht nur die Ukraine angegriffen, sondern auch die europäische Sicherheitsarchitektur bedroht", sagt Haddad dem französischen Rundfunksender RMC. "Ich möchte außerdem darauf hinweisen, dass wir im Rahmen der NATO-Sicherheitseinsätze französische Truppen in Rumänien stationiert haben, um insbesondere unsere Unterstützung für die Souveränität unserer Partner in Europa zu demonstrieren." In Frankreich wurde ebenso der russische Botschafter einbestellt.

Das rumänische Innenministerium erklärte auf Facebook, zunächst seien keine weiteren Drohnen gesichtet worden. Ein auf Explosionen spezialisiertes Ermittlerteam machte sich in der Nacht auf den Weg zum Einsatzort. Galați liegt an der Donau, die Grenzen zur Republik Moldau und zur Ukraine sind jeweils nur wenige Kilometer entfernt.

Russland greift die benachbarte Ukraine immer wieder mit zahlreichen Drohnen an. Dabei gab es auch einzelne Fälle, bei denen Drohnen den Luftraum von NATO-Staaten verletzten. Auch der ukrainische Donauhafen Reni in der Nähe von Galați ist immer wieder Ziel russischer Angriffe. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Bukarest verletzten russische Drohnen 28-mal den rumänischen Luftraum, seit Russland mit den Angriffen auf ukrainische Häfen an der Donau begann.

Am frühen Freitagmorgen stand der ukrainische Donau-Hafen Ismajil nahe der rumänischen Grenze erneut unter Drohnenbeschuss. In den vergangenen Wochen waren zudem ukrainische Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten geraten, was dort für Unruhe gesorgt und die Spannungen mit Russland verschärft hatte.

Die rumänische Stadt Galati war zuletzt im April von einer Drohne getroffen worden, die damals jedoch keine Menschen verletzte. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen Russlands Angriffskrieg. Fast täglich greift Moskau das Nachbarland mit Drohnen und auch mit Raketen an. Rumänien grenzt auf einer Länge von 650 Kilometern an die Ukraine.

A image grab obtained on May 29, 2026, from footage posted on the Facebook page of Romania's emergency services show first responders on the scene after a drone crashed into a residential building in the city of Galati, western Romania. The Romanian defence ministry said a Russian drone struck an apartment building in the country, which is a NATO member, during the night of May 28-29, 2026. (Photo by FACEBOOK / IGSU - Inspectoratul General pentru Situatii de Urgenta, Romania / AFP) / XGTY - RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / FACEBOOK PAGES OF ROMANIA'S EMERGENCY SERVICES" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS - NO ARCHIVE - NO RESALE

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