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Auch Nikbakhsh hatte nach dem Gespräch für sein Format zum Teil Zweifel an der offiziellen Version rund um das Ableben des Ex-Sektionschefs gehegt. Es war ein Gespräch unter Erwachsenen, "vollkommen gesittet, völlig ruhig", beschrieb er die Atmosphäre. Mit der Frage nach möglichen "Verschwörungstheorien" konnte der Journalist vor dem U-Ausschuss nichts anfangen. Die FPÖ wollte wissen, ob dem Journalisten unterstellt werde, ein "Aluhut-Träger" zu sein. "Aber ja, ausgiebig", so die Antwort.
Auch als "abstrus" habe er bei dem Treffen nichts empfunden, meinte Nikbakhsh auf eine dahingehende Frage, ebenso wenig sei die Stimmung "emotional aufgeheizt" gewesen. Dass sich die Mitbewohnerin von Pilnaceks Vertrauten, die ihre anfänglichen Aussagen vor Gericht und dem U-Ausschuss zu einem großen Teil zurückgenommen hatte, unwohl gefühlt haben könnte? "Nein, ich halte mich für einen ganz guten Gastgeber." Woher der plötzliche "Sinneswandel" gekommen sei, könne nur die Frau selbst sagen, meinte der Blogger.
Warum ausgerechnet der Berater Peter Hochegger an dem Gespräch teilgenommen hat, der mit der Causa Pilnacek kaum in Verbindung gebracht wird, konnte auch Nikbakhsh nur vage beantworten. "Ich habe ihn gar nicht eingeladen. Es war völlig überraschend, dass es plötzlich in der Tür stand", berichtete der Blogger. Angeblich soll Hochegger auf Bitte jenes deutschen Unternehmers teilgenommen haben, der einen Hauskauf für Pilnacek und dessen Vertraute abwickeln wollte.
Nikbakhsh hatte - wie offenbar auch weitere Personen - Zugang zum Laptop des Verstorbenen sowie zur berüchtigten "roten Festplatte", die vermutlich als Backup gedient hat. Aber auch der Journalist konnte nicht wirklich Neues von seiner Einsicht berichten: Politische Korruption' oder 'Politische Intervention' nicht." Wie bereits von anderen Auskunftspersonen berichtet, befanden sich darauf neben privaten Dateien einer Mitarbeiterin auch Politikerreden sowie die Strategie zum Falschaussageprozess von Sebastian Kurz.
ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger hatte vor Beginn der Befragungen am Donnerstag ein weiteres Mal die Ladungspolitik der FPÖ kritisiert. Er stellte diesmal die Glaubwürdigkeit der zweiten Auskunftsperson infrage. Der Unternehmer, der sich auch beim BZÖ engagiert hatte, für "illegales Glücksspiel" eingesetzt. Hanger sei mit dieser Thematik "drei Untersuchungsausschüsse zu spät", meinte Nina Tomaselli von den Grünen ironisch - der Glücksspielkonzern Novomatic sei bereits Thema im Ibiza-Untersuchungsausschuss gewesen.
Was die Fraktionen beinahe durch die Bank bemängelten, ist der Umgang des Innenministeriums mit den angeforderten Akten, konkret die Logfiles zu den Ermittlungen. Hier hätten gleich mehrere Polizistinnen und Polizisten Änderungen vorgenommen bzw. Einschau gehalten, so Tomaselli. Die Grünen wollen daher am Donnerstag im U-Ausschuss eine Rüge verabschieden und gehen dabei von Einstimmigkeit aus.






