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Ukraine reagiert auf russische Attacken mit Angriffen

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In den vergangenen Tagen wurde auch Kiew massiv angegriffen
©Handout, Ukraine Emergency Service, APA
Einen Tag nach den schweren russischen Bombardements auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind bei gegenseitigen Raketen- und Drohnenangriffen mindestens acht Menschen getötet worden. Das teilten die lokalen Behörden beider Seiten am Montag mit. In der russischen Region Belgorod wurden zudem Schäden an der Energieinfrastruktur gemeldet.

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Allein in der südlichen ukrainischen Region Cherson wurden bei russischen Angriffen in den vergangenen 24 Stunden zwei Menschen getötet und 16 weitere verletzt, wie der Gouverneur der Region, Oleksandr Prokudin, am Montag auf Telegram mitteilte. Bei einem weiteren Angriff nahe Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, wurde ein Mensch getötet und zwei weitere verletzt.

Auch im Osten der Ukraine sind bei russischen Angriffen mindestens vier Menschen getötet worden, hieß es am Montag. Bei Raketenbeschuss auf die Stadt Derhatschi im Gebiet Charkiw kamen Militärgouverneur Oleh Synjehubow zufolge ein 25-Jähriger und ein 68-Jähriger ums Leben. Ein 64 Jahre alter Mann und eine 38-jährige Frau kamen außerdem durch russischen Beschuss der Stadt Kramatorsk und der Siedlung Jasnohirka ums Leben, wie die regionale Staatsanwaltschaft des Gebiets Donezk mitteilte.

Am Sonntag hatte Russland die ukrainische Hauptstadt und die umliegenden Gebiete mit Hunderten von Drohnen und Raketen angegriffen. Es handelte sich um einen der schwersten Angriffe auf Kiew seit Beginn des russischen Überfalls auf das Nachbarland vor mehr als vier Jahren. Dabei kamen zwei Menschen in Kiew und zwei weitere in der Umgebung ums Leben, fast 100 wurden verletzt, wie ukrainische Behörden mitteilten. Dutzende Wohnhäuser und mehrere Schulen wurden beschädigt. Auch das nationale Kunstmuseum und die Philharmonie in Kiew, beide im Herzen der Stadt gelegen, seien schwer beschädigt worden.

Unterdessen laufen in der Ukraine die Aufräumarbeiten. Immer mehr Bilder von zerstörten Gebäuden in Kiew, dem Hauptziel der Attacke, werden veröffentlicht und verdeutlichen das Ausmaß.

Die russische Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa kündigte am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur TASS an, dass man Kiew weiterhin angreifen werde. Dies sei eine Reaktion auf einen angeblich vorsätzlichen Drohnenangriff der Ukraine auf ein Studentenwohnheim in der Stadt Starobilsk in der von Russland kontrollierten Region Luhansk in der Ostukraine. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Berichte nicht unabhängig überprüfen. Russland und die Ukraine bestreiten jeweils, Zivilisten der anderen Seite gezielt anzugreifen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte als Antwort auf die russischen Angriffe Konsequenzen gefordert. "Es ist wichtig, dass dies nicht ohne Folgen für Russland bleibt", schrieb er am Sonntag in dem Messenger-Dienst Telegram. "Es sind Entscheidungen nötig - von den Vereinigten Staaten, von Europa und anderen." Zahlreiche europäische Staats- und Regierungschefs, darunter Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz, verurteilten den Angriff auf Kiew. Großbritannien und Deutschland bezeichneten den Einsatz der Mittelstreckenrakete Oreschnik dabei als Eskalation. Weil diese Überschallrakete auch atomwaffenfähig ist, warf die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas der Führung in Moskau eine "politische Angstmache und ein rücksichtsloses nukleares Spiel" vor.

Es war das dritte Mal, dass Russland seit Beginn des Krieges eine Oreschnik-Rakete mit einer Reichweite von mehreren tausend Kilometern gegen die Ukraine eingesetzt hat. Die Ukraine hat ihrerseits verstärkt damit begonnen, mit neu entwickelten Raketen militärische Ziele und Raffinerien im Inneren Russlands anzugreifen.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB gab unterdessen laut Nachrichtenagentur Interfax bekannt, dass auf einem Tanker im russischen Ostseehafen Ust-Luga mehrere Magnetminen entdeckt worden seien. Die Minen seien am Rumpf des Tankers "Arrhenius" gefunden worden, der aus dem belgischen Hafen Antwerpen kam, um Flüssiggas zu laden. Laut den Schiffsverfolgungsdaten von LSEG fährt der Tanker unter liberianischer Flagge und wird von der Maple Mariner Holding in den Vereinigten Arabischen Emiraten betrieben. Die entschärften Minen seien in NATO-Ländern hergestellt worden, zitierte die Nachrichtenagentur eine Sprecherin des russischen Ermittlungskomitees. Die Ukraine hat zunehmend die Energieexporte Russlands ins Visier ihrer Angriffe genommen.

Der von Putin befohlene Angriffskrieg steckt fest, die versprochenen Erfolge bleiben aus; es regt sich erste Kritik am Kremlchef. Gleichzeitig gibt es auch bei Verhandlungen keine Bewegung. Zuletzt vermittelte Washington, doch die Gespräche liegen auf Eis. Russland beharrt auf seinen Maximalzielen. Dazu gehört auch, dass Kiew seine Armee aus den bisher nicht von Russland eroberten Gebieten im Donbass abzieht. Kiew lehnt das ab.

Nach Meinung vieler Beobachter setzen beide Seiten auf Kampf und Sieg. Ein schnelles Ende des Kriegs ist nicht zu erwarten.

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