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Russland ist bei der seit mehr als vier Jahren andauerndem Invasion zunehmend durch Gegenangriffe Kiews unter Druck. Die Kämpfe stecken in einer Sackgasse. An der Parade nehmen auch Soldaten der russischen Invasion in der Ukraine teil. Eine Staffel russischer Kampfflieger, die den Himmel mit den Farben der russischen Flagge koloriert, sollte den Abschluss bilden.
Putin hält eine Rede zum 81. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg, wie der sowjetische Teil des Zweiten Weltkriegs offiziell heißt. Geschützt wird der Präsident bei dem öffentlichen Auftritt vor internationalen Gästen durch ein extremes Sicherheitsaufgebot. Auf die sonst übliche Präsentation von Militärtechnik wird aus Furcht vor ukrainischen Drohnenangriffen verzichtet. Es werden nur wenige ausländische Staatsgäste anwesend sein, ausländische Journalisten wurden ausgeladen.
Als einziger Gast aus der Europäischen Union ist der slowakische Ministerpräsident Robert Fico in Moskau, der aber nicht zu der Parade geht. In der russischen Hauptstadt und anderen Städten gilt für die Bevölkerung eine Sperre des mobilen Internets. Zum Tag des Sieges hat Putin in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine eine zweitägige Feuerpause ausgerufen. Die Ukraine beklagte in den vergangen Tagen aber dennoch russische Bodenangriffe und Beschuss aus der Luft und griff mit großen Drohnenschwärmen das russische Hinterland an.
In Moskau stieß im Vorfeld ein Dekret des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf Kritik, in dem er der russischen Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau seine "Genehmigung" erteilte. "Wir brauchen von niemandem eine Erlaubnis", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Samstag dem russischen Staatsfernsehen vor Beginn der Parade. "Wehe dem, der versucht, sich über den Tag des Sieges lustig zu machen und solche dummen Witze zu reißen", ergänzte er.
Selenskyj hatte am Freitag einen Erlass "Über die Durchführung einer Parade in Moskau" mit den Koordinaten des Roten Platzes veröffentlicht, die von ukrainischen Angriffen ausgenommen werden sollen. Zudem sicherte er zu, dass keine Waffen auf den Roten Platz gerichtet werden. "Ich ordne hiermit an: die Abhaltung einer Parade in der Stadt Moskau am 9. Mai 2026 zu gestatten." Der Rote Platz werde vom geplanten Einsatz ukrainischer Waffen ausgenommen. In dem Erlass "Über die Durchführung einer Parade in Moskau" sind konkret örtliche Koordinaten eingetragen, die von ukrainischen Angriffen verschont werden sollen.
Peskow bezeichnete es als "großes Unglück" für Selenskyj, dass er sich so verhalte. Der Tag des Sieges wird in weiten Teilen der früheren Sowjetunion als "Tag des Stolzes mit Tränen in den Augen" gefeiert. Das Land hatte bei der Befreiung Europas von der Diktatur unter Adolf Hitler mehr als 27 Millionen Menschen verloren. "Wir brauchen keine Erlaubnis von irgendjemandem, um stolz auf unseren Tag des Sieges zu sein", sagte Peskow.
Überraschend hatte US-Präsident Donald Trump eine zwischen Kiew und Moskau vermittelte Waffenruhe und den geplanten Austausch von 1.000 gegen 1.000 Kriegsgefangene bekanntgegeben. Die Waffenruhe gilt demnach bis 11. Mai. Am Morgen gab es zunächst keine offiziellen Berichte über mögliche Verstöße gegen die Vereinbarung.
Russland hatte zuvor selbst wegen des Tages des Sieges über Nazi-Deutschland eine Einstellung aller Truppenbewegungen vom 8. bis 10. Mai angekündigt. Allerdings gab es weiter Kämpfe und Angriffe. Die Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 in Berlin fiel in Moskau schon in die frühen Morgenstunden des 9. Mai. Deshalb begeht Russland immer zu diesem Datum den Tag des Sieges.






