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Russland und Ukraine überziehen sich mit Drohnenattacken

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Auch Odessa wurde wieder angegriffen
©Afp, APA, OLEKSANDR GIMANOV
Russland hat die ukrainischen Angriffe auf Moskau in der Nacht auf Montag mit Gegenangriffen beantwortet. Bei Drohnen- und Raketenangriffen auf die Zentral- und Südukraine wurden eine Person getötet und mindestens 30 Menschen verletzt. Berichten der zuständigen Regionalgouverneure auf Telegram zufolge starb die Person im südukrainischen Cherson. Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die südrussische Region Belgorod starben zwei Menschen und zwei weitere wurden verletzt.

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In der Hafenstadt Odessa trafen Drohnen demnach ein Wohngebäude, eine Schule und einen Kindergarten und verletzten einen elfjährigen Buben sowie einen 59-jährigen Mann. In der Stadt Dnipro wurden den Angaben zufolge mindestens 18 Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. Aus der Region Saporischschja wurden drei Verletzte gemeldet.

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die südrussische Region Belgorod wurden am Montag nach Angaben der örtlichen Behörden zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt. Die an die Ukraine grenzende Region gerät seit Beginn des russischen Angriffskriegs immer wieder unter ukrainischen Beschuss.

Bei russischen Angriffen in der Schwarzmeer-Region Odessa wurden nach Angaben der Ukraine drei Frachter getroffen. Darunter sei ein Schiff in chinesischem Besitz, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Montag auf der Online-Plattform X. Die ukrainische Marine meldete, die "KSL Deyang" sei im Schwarzen Meer von einer russischen Drohne getroffen worden. Das Schiff werde von einer chinesischen Crew betrieben und fahre unter der Flagge der Marshallinseln. Einem Insider zufolge gab es keine Verletzten.

Das Schiff sei nicht nennenswert beschädigt worden, sagte die mit dem Vorfall vertraute Person. Die Besatzung habe das durch den Einschlag ausgelöste Feuer selbst gelöscht. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe der Frachter keine Ladung an Bord gehabt. Er sei auf dem Weg in den ukrainischen Hafen gewesen, um dort Eisenerzkonzentrat zu laden.

Auch die anderen beiden getroffenen Schiffe waren den ukrainischen Angaben zufolge auf dem Weg in Schwarzmeer-Häfen in der Region Odessa. Einer der Frachter fuhr unter der Flagge von Guinea-Bissau, ein anderer unter der Panamas. Letzterer sei auf dem Weg in den Hafen Tschornomorsk gewesen, teilte Regionalgouverneur Oleh Kiper auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Der Frachter sei beschädigt worden und in Brand geraten. Die Besatzung habe das Feuer jedoch löschen können, Verletzte gebe es nicht. Das Schiff habe seine Fahrt fortgesetzt.

Russland hat seit Beginn des Kriegs vor mehr als vier Jahren wiederholt für den ukrainischen Export wichtige Seewege ins Visier genommen. Dabei wurden immer wieder Häfen angegriffen, die für den Außenhandel und die Kriegswirtschaft der Ukraine wichtig sind. Die Flaggen der Schiffe sagen wenig über deren tatsächlichen Eigner und Betreiber aus. Panama, Guinea-Bissau und die Marshallinseln gelten als sogenannte Billigflaggenstaaten. Bei ihnen gibt es weniger Abgaben sowie Auflagen bei der Registrierung und dem Arbeitsrecht, sodass sie von Reedern in vielen anderen Ländern genutzt werden.

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