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Israel und der Libanon unterhalten keine diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Am Freitag hatten sich die beiden Nachbarländer in Washington unter US-Vermittlung auf eine Verlängerung ihrer Waffenruhe um 45 Tage geeinigt.
Dessen ungeachtet setzten Israel und die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz ihre gegenseitigen Angriffe fort. Nach Angaben Israels feuerte die Hisbollah am Wochenende rund 200 Geschosse auf israelisches Gebiet und israelische Soldaten ab.
Die brüchige Feuerpause gilt bereits seit Mitte April. Israel und die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz warfen sich seitdem jedoch immer wieder gegenseitig Verstöße gegen das Waffenruhe-Abkommen vor. Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, lehnt sowohl die direkten Gespräche mit Israel als auch die Waffenruhe ab.
Ein Abgeordneter der Hisbollah erklärte am Sonntag, die "direkten Verhandlungen" mit Israel hätten nicht zu einer Waffenruhe geführt und die libanesischen Behörden "in eine Sackgasse getrieben, die sie von Kompromiss zu Kompromiss führen wird, ohne Ergebnis". Die libanesische Regierung habe "das Land in eine sehr schwere Krise gestürzt", da sie nicht umsetzen könne, was Israel wolle - "insbesondere, was die Entwaffnung der Hisbollah betrifft", fügte der Abgeordnete Hussein Haj Hassan hinzu.
Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei feuerte die Hisbollah Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze. Offiziellen Angaben zufolge wurden seitdem 3.000 Menschen getötet und mehr als eine Millionen Menschen vertrieben.






