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Libanesischer Präsident kritisiert israelische Angriffe

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Libanesischer Präsident zeigt sich besorgt
©Lebanese Presidency Press Office, APA, -
Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat Israel am Samstag nach den jüngsten tödlichen Angriffen auf Stellungen der Hisbollah vorgeworfen, die diplomatischen Bemühungen zur Stabilisierung seines Landes zu untergraben. Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium kamen bei den Angriffen im Libanon am Freitagabend mindestens zehn Menschen ums Leben. 24 weitere Personen wurden demnach verletzt, darunter drei Kinder.

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Die Schiitenmiliz Hisbollah teilte mit, unter den Toten seien acht ihrer Mitglieder und eine Hausangestellte aus Äthiopien. Die israelische Armee erklärte, sie habe mehrere Mitglieder der Hisbollah getötet, die für Raketenbeschuss zuständig gewesen seien. Demnach soll die vom Iran unterstützte Organisation zuletzt Raketenangriffe auf Israel geplant haben. Die Hisbollah-Mitglieder seien in Kommandozentralen der Miliz im Osten des Nachbarlandes getroffen worden.

Augenzeugen zufolge wurden die angegriffenen Gebäude völlig zerstört. Auch Nachbarhäuser seien beschädigt worden. Unbeteiligte Zivilisten wurden laut Augenzeugenberichten durch Glassplitter verletzt.

Aoun bat internationale Partner darum, Druck auszuüben, damit die Angriffe aufhörten und eine weitere Eskalation in der Region verhindert werden könne. Vor allem zusammen mit den USA bemühe sich der Libanon darum, Stabilität herzustellen. Unter US-Führung haben Israel und der Libanon zuletzt Gespräche geführt, um die Waffenruhe zu stabilisieren und einen dauerhaften Frieden zu erreichen. Die USA setzen sich intensiv für eine Annäherung der beiden Länder ein, die sich offiziell im Kriegszustand befinden.

Israel und die Hisbollah-Miliz hatten zuletzt bis Ende 2024 Krieg gegeneinander geführt. Dann trat eine Waffenruhe in Kraft. Das Abkommen sieht unter anderem die Entwaffnung der Hisbollah in mehreren Phasen vor. Eine wichtige Frist dafür lief Ende vergangenen Jahres aber aus, und die Miliz lehnt diesen Schritt weiterhin ab.

Die Spannungen haben sich auch deshalb zuletzt wieder verschärft. Beide Seiten werfen einander Verstöße gegen das Abkommen vor. Israel beschuldigt die Hisbollah zudem, wieder aufzurüsten. Das israelische Militär greift deshalb fast täglich weiter Ziele im Nachbarland an. Dabei gibt es immer wieder Tote. In ihrer Mitteilung Samstag früh erklärte die israelische Armee, sie halte weiterhin an den Waffenruhe-Vereinbarungen zwischen Israel und dem Libanon fest.

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