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Nach israelischer Darstellung waren die Angriffe eine Reaktion auf den Einsatz von mit Sprengstoff bestückten Drohnen in der sogenannten Sicherheitszone im Süden des Libanon durch die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz. Bei den Attacken waren demnach drei israelische Soldaten schwer verletzt worden, unter ihnen ein Offizier. Die von der israelischen Armee kontrollierte "Sicherheitszone" reicht etwa zehn Kilometer in den Libanon.
Einer der beiden getöteten Hisbollah-Kommandeure war israelischen Angaben zufolge Abu Hassan Alaa, ein Mitglied der Badr-Einheit. Er sei an dem Einsatz der Drohnen beteiligt gewesen, durch die die israelischen Soldaten verletzt wurden. Bei dem zweiten Ziel habe es sich um Ali Samir al-Haj Hassan gehandelt, ein Mitglied der Eliteeinheit Radwan.
Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministerium wurden bei einem Angriff auf ein Wohnhaus in der Ortschaft Ansar sieben Menschen getötet, unter ihnen drei Kinder und zwei Frauen. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah in Ansar ein zerstörtes Haus. Der libanesische Präsident Joseph Aoun erklärte, bei dem Angriff sei eine "ganze Familie" ausgelöscht worden. Ministerpräsident Nawaf Salam sagte, Israel müsse die "gefährliche Eskalation" beenden.
Daraufhin erklärte die israelische Armee, erst in Nachhinein erfahren zu haben, dass die Familie Hassans bei der Attacke in Ansar mit ihm im Haus gewesen sei. Die anderen Familienmitglieder seien nicht das Ziel gewesen. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu warf der Hisbollah vor, Zivilisten bewusst Gefahren auszusetzen.
Die Hisbollah wies den Vorwurf zurück und erklärte ihrerseits, eine Familie sei auf Netanyahus Befehl "ausgelöscht" worden. "Netanyahu, gegen den vor dem Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Gazastreifen ermittelt wird, ist erneut für die Tötung libanesischer Zivilisten verantwortlich", erklärte die Miliz. Sie drohte Israel mit Vergeltung.
Der stellvertretende Sonderkoordinator der Vereinten Nationen für den Libanon, Imran Riza, verurteilte den israelischen Angriff. "Kinder und Zivilisten zahlen weiterhin einen inakzeptablen Preis. Das humanitäre Völkerrecht ist eindeutig: Zivilisten müssen jederzeit geschützt werden", erklärte er.
Weitere israelische Angriffe gab es am Samstag nach Angaben der amtlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA im Gebirgskamm Ali al-Taher, einem strategisch wichtigen Hügel mit Blick auf das Gebiet von Nabatieh. Einen weiteren Luftangriff habe es in der Stadt Deir Sahrani gegeben. Bei letzterem wurden demnach vier Menschen getötet und 17 weitere verletzt.
Israel und der Libanon hatten sich im Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das die Entwaffnung der Hisbollah-Miliz, einen schrittweisen Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden des Libanon und zugleich die Entsendung der libanesischen Armee in die Region vorsieht. Die pro-iranische Hisbollah lehnt die direkten Gespräche zwischen Israel und Libanon allerdings ab und weigert sich, ihre Waffen abzugeben. Die Attacken vom Samstag sind die folgenschwersten seit der Einigung auf das Rahmenabkommen.
Die Hisbollah hatte den Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Iran-Krieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive, bei der mehr als 4.000 Libanesen getötet wurden.
Für Anfang September ist in Rom eine weitere Gesprächsrunde in den Verhandlungen über ein Friedensabkommen zwischen Israel und dem Libanon geplant.
