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Drei US-Soldaten bei Militäreinsatz gegen Iran getötet

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Ahmadinejad war von 2005 bis 2013 Irans Präsident
©AFP, APA, ATTA KENARE
Bei dem US-israelischen Militärangriff gegen den Iran sind nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums drei Soldaten getötet worden. Fünf weitere Soldaten seien "schwer verletzt" worden, teilte das US-Kommando für den Nahen Osten (CENTCOM) am Sonntag im Onlinedienst X mit. Ortsangaben oder Angaben zur Identität der getöteten Soldaten wurden nicht gemacht. Zuvor war vermeldet worden, dass der iranische Ex-Präsident Mahmoud Ahmadinejad bei einem Luftangriff in Teheran starb.

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Seine Partei Dolate Bahar dementierte die Berichte am Sonntagabend indes: "Dolate Bahar gibt hiermit bekannt, dass die Berichte über den Märtyrertod von Dr. Ahmadinejad bei den amerikanisch-israelischen Angriffen falsch sind", hieß es in einer Mitteilung auf der Internetseite der Partei. Die Nachrichtenagentur ISNA veröffentlichte zudem eine Mitteilung Ahmadinejads zum Tod von Khamenei.

Bei den Angriffen hat das US-Militär nach Angaben von Präsident Donald Trump neun Marineschiffe versenkt. Darunter seien "einige relativ große und wichtige" gewesen, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Trump kündigte an, dass bald weitere iranische Kriegsschiffe versenkt würden. Bei einem weiteren Angriff sei das Marinehauptquartier "weitgehend zerstört" worden. Zunächst stand eine Bestätigung von iranischer Seite aus.

Trump bekundete auch seine Bereitschaft zu Gesprächen mit Vertretern der iranischen Führung erklärt, ohne allerdings genauere Angaben zum Zeitpunkt oder den Teilnehmern zu machen. "Sie wollen reden und ich habe zugestimmt, zu reden, also werde ich mit ihnen reden. Sie hätten das früher tun sollen", wurde Trump am Sonntag von der Zeitschrift "The Atlantic" zitiert. Auf die Frage, wann die Gespräche stattfinden könnten, sagte Trump: "Das kann ich ihnen nicht sagen."

Zuvor hatten die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) mitgeteilt, den US-Flugzeugträger "Abraham Lincoln" mit vier ballistischen Raketen angegriffen zu haben. Dies sei Teil der Operation "Wahres Versprechen 4", in der als Vergeltung für die Angriffe im Iran Ziele der USA und Israels von den iranischen Streitkräften zerstört werden, erklärten die IRGC auf ihrer Internetseite. CENTCOM bestritt dies. "Die "Lincoln" wurde nicht getroffen. Die abgefeuerten Raketen sind nicht ansatzweise in die Nähe gekommen", hieß es. Von dem Flugzeugträger starteten weiterhin Flugzeuge. Zudem teilte CENTCOM mit, dass B-2-Bomber gesicherte Raketenanlagen im Iran angegriffen hätten. Die Tarnkappenbomber seien mit 2.000 Pfund schweren Bomben bestückt gewesen, hieß es.

Ferner warf CENTCOM der Führung in Teheran vor, dass der Iran bei seinen Gegenangriffen anders als dargestellt auch zivile Einrichtungen attackiert habe. Neben mehreren Flughäfen und Hotels seien auch eine Ölraffinerie und Wohngebiete in mehreren Golfstaaten beschossen werden, hieß es. Der iranische Außenminister Abbas Araqchi hatte in einem Interview mit dem Nachrichtensender Al-Jazeera gesagt, dass ausschließlich Stützpunkte und Einrichtungen der Vereinigten Staaten ins Visier genommen worden seien.

CENTCOM teilte wiederum mit, dass die US-Streitkräfte bei dem Einsatz namens "Gewaltiger Zorn" ein iranisches Kriegsschiff ins Visier genommen hätten. "Das Schiff sinkt derzeit an einem Pier in Chahbahar auf den Grund des Golfes von Oman." Das Militär hatte angekündigt, Ziele priorisiert zu haben, "von denen eine unmittelbare Bedrohung ausging". Unter anderem seien Kommando- und Kontrollzentren der Islamischen Revolutionsgarden, iranische Luftverteidigungsanlagen, Raketen- und Drohnenstartplätze sowie Militärflugplätze ins Visier genommen worden, hieß es.

Die iranischen Revolutionsgarden griffen als Reaktion auf die US-israelischen Angriffe auf den Iran nach eigenen Angaben einen US-Flugzeugträger im Persischen Golf an. "Der US-Flugzeugträger 'USS Abraham Lincoln' wurde von vier ballistischen Raketen getroffen", teilten die Revolutionsgarden am Sonntag laut örtlichen Medien mit. "Land und Meer werden mehr und mehr zum Friedhof der terroristischen Aggressoren", warnten sie demnach. Das US-Verteidigungsministerium dementierte die Angaben jedoch. "Die 'Lincoln' wurde nicht getroffen", teilte CENTCOM mit und sprach von einer Lüge. "Die abgeschossenen Raketen sind ihr nicht einmal nahe gekommen."

Bei einem Angriff auf das Hauptquartier eines Grenzregiments in der westiranischen Stadt Mehran nahe der irakischen Grenze wurden am Sonntag der Nachrichtenagentur Mehr News zufolge 43 Angehörige der Sicherheitskräfte getötet. "Dieser Angriff, der von Bombardierungen begleitet war, hat leider zum Märtyrertod von 43 Sicherheitskräften geführt, bei denen es sich zumeist um Grenzschützer handelte", hieß es. 21 weitere Menschen seien verletzt worden.

Außerdem seien Teile nahe gelegener Gebäude schwer beschädigt worden, berichtete Mehr weiter. "Ersten Berichten zufolge wurde dieser feindselige Akt von Agenten der Vereinigten Staaten und des zionistischen Regimes ausgeführt."

Ahmadinejad wurde Berichten zufolge bei einem Luftangriff in der iranischen Hauptstadt getötet. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur ILNA befand sich der 69-Jährige iranische Ex-Präsident zum Zeitpunkt des Angriffs gemeinsam mit Leibwächtern in seinem Haus im Osten der Hauptstadt. Ahmadinejad führte den Iran von 2005 bis 2013. Zu Beginn galt er als Favorit des herrschenden schiitischen Klerus sowie der Hardliner und Konservativen im Parlament.

Gegen Ende seiner Amtszeit wuchs die Kritik an seinem Kurs. Seine harte Linie in der Atompolitik löste internationale Sanktionen aus, die das Land in eine schwere Wirtschaftskrise führten. Wegen seiner militärischen Drohungen gegen Israel sowie der Leugnung des Holocaust war der Iran international isoliert. Seine Unterstützer wandten sich immer mehr von ihm ab, selbst unter den Hardlinern war er am Ende seiner Amtszeit umstritten.

Ahmadinejad stützte sich während seiner Präsidentschaft massiv auf die Revolutionsgarden (IRGC). Im Gegenzug verschaffte er ihnen Gewinne bei Privatisierungen sowie Kontrolle über strategische Wirtschaftssektoren. Obwohl Ahmadinejad als Ziehsohn des jetzt getöteten Ayatollah Ali Khamenei galt, entwickelte er sich gegen Ende seiner Präsidentschaft und darüber hinaus zu einer unberechenbaren Opposition innerhalb des Systems.

Sein Versuch, die Befugnisse des gewählten Präsidenten gegenüber dem Klerus zu erweitern - insbesondere durch den offenen Konflikt um das Geheimdienstministerium 2011 - führte zum Bruch mit dem Obersten Führer. In den Folgejahren wurde er politisch marginalisiert; der Wächterrat schloss ihn 2017, 2021 und 2024 von den Präsidentschaftswahlen aus.

Unterdessen wurden bei einem iranischen Raketenangriff auf Israel am Sonntag mindestens neun Menschen getötet. Laut Polizei traf eine Rakete in der westlich von Jerusalem gelegenen Stadt Beit Shemesh ein Gebäude. Die Rettungskräfte erklärten, sie hätten zudem 28 Verletzte geborgen, unter ihnen zwei Schwerverletzte. Das Gebäude sei eingestürzt.

Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen massive Luftangriffe gegen den Iran gestartet. Bei Angriffen in Teheran wurde der oberste iranische Führer Ayatollah Ali Khamenei getötet. Als Reaktion griff der Iran Israel sowie US-Militäreinrichtungen in mehreren Staaten der Golfregion an. Neun Menschen wurden in Israel seitdem getötet. Am Sonntag dauerten die gegenseitigen Angriffe an.

Durch iranische Vergeltungsangriffe wurden in der Golfregion am Wochenende mehrere Menschen getötet. In Städten wie Dubai, Doha und Riad wurden Explosionen gemeldet. Abu Dhabi und Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden ebenfalls von Detonationen erschüttert. Insgesamt seien seit Beginn der iranischen Angriffe drei Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten getötet worden, erklärte das Verteidigungsministerium der Emirate. Es handle sich um Staatsbürger aus Pakistan, Nepal und Bangladesch. 58 weitere Menschen seien verletzt worden.

Die Vereinigten Arabischen Emirate hätten 165 ballistische Raketen entdeckt. 152 seien zerstört worden. 541 iranische Drohnen seien registriert worden, 506 von ihnen seien abgefangen und zerstört worden. Auch aus Kuwait wurden Opfer durch iranische Angriffe gemeldet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums des Landes wurde ein Mensch getötet. 32 Menschen seien verletzt worden, alle seien Ausländer. Zudem fielen nach Angaben des Elektrizitätsministeriums infolge herabfallender Trümmerteile beim Abfangen von Drohnen mehrere Stromleitungen aus. In verschiedenen Gebieten sei der Strom teilweise unterbrochen gewesen. Die Behörden erklärten, insgesamt seien 97 iranische ballistische Raketen sowie 283 Drohnen in Richtung des Landes gestartet worden.

Auch Bahrain meldete weitere Schäden. Nach Angaben des Innenministeriums wurde ein Hotel in der Hauptstadt Manama getroffen. Es habe Schäden gegeben, Verletzte seien jedoch nicht gemeldet worden. Die US-Botschaft in Bahrain riet ihren Staatsbürgern, Hotels in der Hauptstadt zu meiden, da diese mögliche Ziele weiterer Angriffe sein könnten. Die Behörden forderten die Bevölkerung zudem auf, Hauptverkehrsstraßen zu meiden.

Vor der Küste des Golfstaats Oman wurde indes zwei Schiffe angegriffen. Der Öltanker "Skylight" sei etwa neun Kilometer vor der omanischen Küste bei Musandam getroffen worden, meldete die Nachrichtenagentur Oman News Agency unter Berufung auf das omanische Zentrum für maritime Sicherheit. Dabei seien vier Personen verletzt worden. Die 20-köpfige Besatzung des Schiffs unter der Flagge des pazifischen Inselstaats Palau sei evakuiert worden. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) meldete einen weiteren Vorfall etwa 90 Kilometer nordöstlich der omanischen Hauptstadt Maskat. Ein Schiff sei von einem unbekannten Geschoss angegriffen worden, hieß es. Ein Brand im Maschinenraum sei mittlerweile unter Kontrolle. Weitere Details waren auch hier zunächst nicht bekannt.

Die Vorfälle ereigneten sich nahe der Straße von Hormuz. Die iranische Nachrichtenagentur hatte am Samstag gemeldet, dass die iranischen Revolutionsgarden den Schiffsverkehr der strategisch wichtigen Meerenge eingeschränkt haben. Demnach erhielten Schiffe wiederholt Funkmeldungen, in denen ihnen die Durchfahrt untersagt wurde. Die Besatzungen würden aufgefordert, die Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten, hieß es.

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