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Die Armee hatte zuvor eine weitere Angriffswelle beendet, bei der unter anderem ein wichtiges Militärdepot für ballistische Raketen attackiert worden sei. An dem Raketenabschussstandort in der Region Qom im Zentrum des Irans seien ballistische Raketen vom Typ Ghadr H-1 mit Hunderten Kilogramm Sprengstoff gelagert worden, hieß es. Der Angriff habe die wichtigsten Offensivfähigkeiten der iranischen Staatsführung "erheblich geschwächt".
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bezeichnete die Angriffe seines Landes gegen den Iran als "tödlichsten, komplexesten und präzisesten Lufteinsatz der Geschichte". Der Iran habe seine Chance bekommen, einen Deal zu schließen, sie aber nicht genutzt, schrieb er auf der Plattform X. "Jetzt leiden sie unter den Folgen." Als Kriegsziel gab Hegseth die Zerstörung des Raketenprogramms sowie der Marine des Iran an. Auch werde das Land nie eine Atomwaffe besitzen. "Die Vereinigten Staaten haben diesen Konflikt nicht begonnen, aber wir werden ihn beenden."
Israel gab indes Entwarnung nach einem neuerlichen iranischen Raketenangriff. Die Menschen in allen Teilen des Landes dürften die Schutzräume wieder verlassen, sollten sich aber weiter in ihrer Nähe aufhalten, teilte die Armee mit. Zuvor waren die Luftabwehrsysteme aktiviert worden. In mehreren Gebieten des Landes hatten die Sirenen geheult. Die Armee hat davor den Abschluss einer weiteren Angriffswelle gegen Raketenbasen und Luftabwehrsysteme im Iran gemeldet.
Infolge der vorigen Angriffswelle starb am Samstagabend eine Frau in Tel Aviv. Sie sei den Folgen ihrer schweren Verletzungen erlegen, hieß es vom Rettungsdienst. Mindestens 21 Menschen seien bei dem Raketeneinschlag zudem verletzt worden, die meisten von ihnen leicht. Mit der ersten israelischen Toten und einem Schwerverletzten war es der bisher folgenreichste Zwischenfall seit dem Angriff Israels auf den Iran am Samstag in der Früh, der mit Drohnen- und Raketenangriffen aus dem Iran erwidert wurde. Mehrere Häuser in Israel wurden durch Einschläge oder Trümmerteile beschädigt.
Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen Luftwaffenstützpunkt des US-Militärs in Saudi-Arabien angegriffen. Der Stützpunkt Prinz Sultan sei von Raketen und Drohnen getroffen worden, hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden, die der staatliche Rundfunk veröffentlichte. Aus Saudi-Arabien und den USA gab es zunächst keine Bestätigung für den Angriff. Hingegen meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate die Abwehr von zahlreichen iranischen Raketen.
Man habe nach eigenen Angaben 132 ballistische Raketen und 195 Drohnen abgewehrt, teilte das Verteidigungsministerium der VAE mit. Zudem seien fünf ballistische Raketen des Irans ins Meer gefallen. Vierzehn Drohnen seien ebenfalls über Wasser oder an Land abgestürzt, wodurch es einige Schäden gegeben habe, teilte das Ministerium mit. Auch aufgrund abgeschossener Projektile sei es zu kleineren Schäden an zivilem Eigentum gekommen.
Offenbar wurde dabei auch der internationale Flughafen von Abu Dhabi getroffen. Laut dem Flughafenbetreiber wurde ein Mensch getötet und sieben weitere wurden verletzt. Die Mitteilung wurde auf der Plattform X jedoch später gelöscht. In Dubai wurden nach Angaben des Medienbüros der Stadt vier Menschen am internationalen Flughafen verletzt. Eine Halle habe leichte Schäden erlitten. Die meisten Terminals des Flughafens, der zu den wichtigsten Knotenpunkten für Flugreisende im Nahen Osten zählt, seien vorab aber bereits geräumt worden.
Zudem wurden dort das bekannte Hotel Burj Al Arab und der Hafen Jabal Ali in Mitleidenschaft gezogen. An der Fassade des Hotels Burj Al Arab sei nach dem Abfangen einer Drohne durch herabfallende Trümmerteile ein kleines Feuer ausgebrochen. Auch an einem Liegeplatz im Hafen Jabal Ali sei durch herabfallende Trümmer ein Brand entstanden. Ein Video des Vorfalls zeigte ein Feuer, das in der Nacht über mehrere Stockwerke an einer Außenwand des Hotels brennt. Das Gebäude mit der Silhouette in Form eines Segels gilt als Wahrzeichen Dubais. Zimmer kosten dort von 800 Euro aufwärts.
Sachschaden entstand auch bei einem Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen in Bahrain. Es gebe aufgrund des Angriffs auf den Flughafen nahe der Hauptstadt Manama keine Todesopfer, erklärte das Innenministerium auf der Plattform X. Das Gelände werde gesichert. Das Ministerium nannte zunächst keine weiteren Details. Bahrain ist unter anderem der Hauptsitz der US-Marine im Nahen Osten. Dort ist die sogenannte Fünfte Flotte der Marine beheimatet.
Mehrere arabische Länder verurteilten die iranischen Gegenschläge scharf. "Wir machen die iranische Regierung für diese Angriffe voll verantwortlich und weisen jegliche Rechtfertigungen oder Erklärungen für dieses feindselige Verhalten zurück", sagte Bahrains UNO-Botschafter Jamal Fares Al Rowaiei, der während einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrates in New York eine Erklärung stellvertretend für die Länder des Golfkooperationsrates sowie Syrien und Jordanien verlas.
Der iranische UNO-Botschafter Amir Saeid Iravani erhob bei der Sitzung des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen schwere Vorwürfe gegen die USA. Durch die Angriffe seien "hunderte" von Zivilisten getötet oder verletzt worden. Konkret seien auch "mehr als 100 Kinder bei einem Angriff auf eine Schule getötet" worden. Teheran agiere in Reaktion auf die Angriffe in legitimer Selbstverteidigung. Alle Stützpunkte der feindlichen Kräfte in der Region seien dabei "legitime militärische Ziele".
Der UNO-Botschafter der USA, Mike Waltz, berief sich in der Sitzung ebenfalls auf Artikel 51 der UNO-Charta, das Ländern ein Selbstverteidigungsrecht zubilligt. Waltz argumentierte, "das Regime im Iran" sei verantwortlich für eine Reihe bewaffneter Angriffe auf die Vereinigten Staaten und Israel, Verstöße gegen die UN-Charta sowie Bedrohungen des internationalen Friedens und der Sicherheit im Nahen Osten. "Es hat sogar versucht, Präsident (Donald) Trump zu ermorden", behauptete er. Das US-Justizministerium hatte dem Iran im November 2024 vorgeworfen, eine Ermordung Trumps geplant zu haben. Der Iran wies das damals vehement zurück.





