von
Schließlich habe er weder zu den Ermittlungen nach Pilnaceks Tod noch zu dazugehörigen Verfahren Wahrnehmungen, so der Manager. Der Verkauf des Hauses, dessen Miteigentümer er war, sei eine ausschließlich private Angelegenheit und habe auch nichts mit seiner Tätigkeit bei Signa zu tun. Pilnacek wollte die Immobilie im niederösterreichischen Rossatz (Bezirk Krems) 2023 gemeinsam mit seiner Freundin erwerben.
Wegen des Hauses kontaktiert habe ihn die Mitbewohnerin der Freundin, er habe sie an seine Maklerin verwiesen, so der Manager. Pilnacek habe er im Juli 2023 bei einer Besichtigung zum ersten Mal getroffen, mit ihm aber nur ein "belangloses Gespräch über die Wachau" geführt. Später kam ein Kaufanbot von einer Schweizer Firma, die einem mit Pilnacek befreundeten und mittlerweile verstorbenen Unternehmer gehörte. Diesen habe er persönlich niemals getroffen. Zustande kam der Kauf letztendlich nicht.
Keine Wahrnehmungen hat der Befragte zur Finanzierung des Kaufs. Ex-Lobbyist Peter Hochegger, der am Vortag im U-Ausschuss geladen war, erzählte, von dem verstorbenen Unternehmer erfahren zu haben, dass Pilnacek Geld aus Dubai erwartet habe.
Für die Freiheitlichen ist der Hauskauf "mysteriös", gebe es doch rund um das Geschäft "merkwürdige und brisante" Nachrichten, die "misstrauisch" machen, wie Abgeordneter Michael Oberlechner vor Beginn der Befragung erklärte. Zweites Thema werde erneut die "mangelhafte Auswertung der Smartwatch durch die Beamte des Innenministeriums" sein, so Oberlechner. Dieser will sich auch Grünen-Fraktionsführerin Nina Tomaselli widmen, die eine "nächste Folge der Pannenpolizei" ortet. Nicht nur seien die Ermittler erst "zwei Monate" nach Pilnaceks Tod wirklich aktiv geworden, sondern auch die angeschaffte Software sei nur zur Hälfte zu gebrauchen gewesen, wie der gestrige Befragurige Befragungstag gezeigt habe. Ähnlich auch SPÖ-Abgeordneter Jan Krainer: "Das Kriminalamt scheint nicht Daten auszuwerten, sondern eher ein Copyshop zu sein."
Die ÖVP will, was den Hauskauf Pilnaceks anbelangt, den Spieß umdrehen und die Rolle des FPÖ-Abgeordneten Harald Stefan durchleuchten, der laut Vertragsentwurf als Treuhänder aufscheint, wie die Tageszeitung "Die Presse" (Donnerstag-Ausgabe) berichtet. Diesen Sachverhalt findet Hanger "spannend", hätte er als Treuhänder doch eine "maßgebliche, zentrale Rolle" bei diesem Geschäft inne gehabt. "Was wusste die FPÖ über diesen Hauskauf?", will Hanger nun wissen, und wünscht sich, Stefan auf die Auskunftsliste zu setzen. Unterstützung für dieses Ansinnen bekam er am Donnerstag von NEOS-Abgeordneter Sophie Wotschke.
Später ist, wie auch am Tag zuvor, ein Cybercrime-Beamter aus dem Bundeskriminalamt als Auskunftsperson geladen.






