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Wohnkosten auch für Studierende gestiegen

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Erschwinglicher Wohnraum dringend gesucht
©APA, dpa, Frank Rumpenhorst
Die Wohnkosten der Studierenden sind - wie auch für andere Bevölkerungsgruppen - in den vergangenen Jahren gestiegen. Das zeigt die am Dienstag veröffentlichte neue Studierenden-Sozialerhebung. Ein besonders hohes Plus wird dabei bei den Wohnheimen verzeichnet. Gesunken ist dagegen die Zahl der Studierenden, die von finanziellen Problemen berichten. Ebenfalls leicht zurückgegangen ist das Ausmaß der Erwerbstätigkeit.

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Die Studierenden-Sozialerhebung ist eine seit den 1970ern durchgeführte Studie, für die Fragebögen an alle ordentlichen Studierenden verschickt werden. Mittlerweile wird sie online durchgeführt, vollständig ausgefüllt wurden die Fragen im Sommersemester 2025 diesmal von rund 36.000 Studierenden (entspricht etwas mehr als einem Zehntel), so Projektleiterin Anna Dibiasi vom Institut für Höhere Studien (IHS) bei einer Pressekonferenz.

Die durchschnittlichen Wohnkosten der Studierenden, die nicht bei ihren Eltern oder anderen Verwandten wohnen (und kein Fernstudium betreiben und einen Wohnkostenbeitrag leisten), beliefen sich im Sommersemester 2025 auf rund 586 Euro pro Monat. Dies entspricht einem Anstieg von sieben Prozent seit 2023 bzw. 51 Prozent im Zehnjahresvergleich seit 2015. Bereinigt um die Inflation sind die Wohnkosten seit 2023 damit kaum (plus 0,3 Prozent) und seit 2015 um neun Prozent gestiegen.

Dabei gibt es aber deutliche Unterschiede: Ein Viertel der Studierenden weist monatliche Wohnkosten von weniger als 400 Euro auf. Die Hälfte hat Wohnkosten bis zu 505 Euro monatlich, das "oberste" Viertel berappt mehr als 700 Euro im Monat. Im Schnitt geben Studierende 38 Prozent ihres Gesamtbudgets für das Wohnen aus (2015: 36 Prozent).

Entscheidender Faktor für die Höhe ist vor allem die Wohnform: Erwartungsgemäß geben Studierende in Einzelhaushalten (664 Euro) und in Haushalten mit Partnern (634 Euro) im Durchschnitt am meisten für Wohnen aus. Studierende in Wohngemeinschaften und in Wohnheimen gemeinnütziger und privater Betreiber zahlen im Durchschnitt jeweils rund 500 Euro. Im Gegensatz zu allen anderen betrachteten Wohnformen sind die Kosten in Wohnheimen in den letzten beiden Jahren auch inflationsbereinigt gestiegen (plus sieben Prozent). Seit 2015 ist in Wohnheimen ein nominaler Anstieg der Kosten um 61 Prozent und ein realer Anstieg um 16 Prozent zu verzeichnen. Das hängt vor allem mit der steigenden Anzahl privater, gewerblicher Betreiber zusammen.

Für Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) ist das ein "Alarmsignal". Im Regierungsprogramm habe man sich daher die Wiedereinführung der Studierendenheimförderung vorgenommen. Dies werde auch Gegenstand der anstehenden Budgetverhandlungen sein - auf eine Summe wollte sie sich dabei nicht festlegen. Sehr wohl eine Zahl nannte dagegen ÖH-Vorsitzende Selina Wienerroither (Verband Sozialistischer StudentInnen/VSStÖ): Vor einigen Jahren habe man dafür 50 Mio. Euro gefordert - dies bleibe aufrecht.

Abseits vom Wohnen sind in der Erhebung auch einige positive Trends zu verzeichnen: So ist der Anteil der Studierenden mit finanziellen Schwierigkeiten seit der letzten Erhebung von 29 auf 25 Prozent zurückgegangen - das Vorkrisenniveau wurde allerdings noch nicht erreicht. Geringfügig abgenommen hat der Anteil der erwerbstätigen Studierenden - und zwar auf 68 Prozent. Verhältnismäßig stärker zurückgegangen ist das Ausmaß der Erwerbstätigkeit. Mit im Schnitt 20,2 Stunden liegt man nach 21 Stunden 2023 und 20,5 Stunden 2019 fast wieder auf dem Niveau von 2015 (19,9 Stunden).

Zur Entlastung der Studierenden soll es ab dem kommenden Wintersemester außerdem ein vom Ministerium gefördertes 5-Euro-Menü für Studierende an den Mensen geben. Dafür müssen die Betreiber bestimmte Qualitätsstandards einhalten, so Holzleitner. Gestartet wird an einigen ausgewählten Standorten, später soll das Programm ausgeweitet werden.

Die Grünen forderten Holzleitner auf, ihre Versprechen auch umzusetzen. "Die Daten liegen auf dem Tisch. Was jetzt folgen muss, sind konkrete Taten statt bloßer politischer Absichtserklärungen", so Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer in einer Aussendung. Die Arbeiterkammer (AK) forderte unter anderem eine "starke Anhebung der Studienbeihilfe, mindestens über die Armutsgefährdungsschwelle", die ÖVP-nahe AktionsGemeinschaft die Valorisierung der Zuverdienstgrenzen für den Beihilfenbezug (derzeit 17.212 Euro/Jahr).

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