von
Diese solle großräumig umfahren werden, hieß es. Hintergrund der Sperre sind angemeldete Kundgebungen, die aufgrund der Rechtsprechung des Landesverwaltungsgerichts behördlich nicht untersagt wurden. Und mit den Versammlungen im Juni dürfte es nicht getan sein, denn: Man werde den entsprechenden Tag evaluieren und dies "als Grundlage für die Prüfung einer weiteren angemeldeten Versammlung im reisestarken August auf beiden Seiten" heranziehen, berichteten die Bezirkshauptfrauen Katharina Rumpf (Reutte) und Eva Loidhold (Imst) an. Die Behörde arbeite indes abgestimmt mit der Exekutive und Einsatzorganisationen an notwendigen Maßnahmen wie einem begleitenden Verkehrskonzept. Parallel werde es eine entsprechende Kommunikation der Sperre an die Bevölkerung, Reisende und Stakeholder geben.
Hinten der Protestaktion steht die Bürgerinitiative "Gurgltal, Außerfern, Mieminger Plateau". Sie will mit den Straßensperren ihre Ablehnung des "Fernpass-Pakets" der schwarz-roten Tiroler Landesregierung zum Ausdruck bringen. Die Bürgerinitiative befürchtet durch das Infrastrukturprojekt eine weitere Zunahme des Verkehrs, der Lebensraum gerate zunehmend unter Druck.
Das sogenannte "Fernpasspaket" soll den Bezirk Reutte besser an den Tiroler Zentralraum anbinden. Dafür sind unter anderem die Errichtung einer zweiten Röhre für den Lermoosertunnel sowie des Fernpasstunnels geplant. Der Lermoosertunnel-Bau soll 250 Millionen Euro kosten, die Arbeiten 2027 starten. Der Spatenstich für den 160 Millionen Euro teuren Fernpasstunnel soll gegen Ende des heurigen Jahres mit der Errichtung der Baustraße zum Südportal erfolgen, mit einer Inbetriebnahme wurde im Jahr 2029 gerechnet. Weitere 90 Millionen Euro werden für Maßnahmen an der Strecke aufgewendet. Der Fernpasstunnel wird 1,4 Kilometer lang sein und ersetzt 4,8 Kilometer Passstrecke. Für die Einhebung der Maut (rund 14 Euro/Pkw) wird eine Maut- und Erhaltungsgesellschaft gegründet.
Eine Sperre noch weitaus größeren Ausmaßes zieht die Rechtsprechung des Landesverwaltungsgerichtshofs indes auf der Brennerautobahn (A13) nach sich. Dort wurde eine für 30. Mai vom Bürgermeister von Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger, als Privatperson angemeldete Demonstration behördlich nicht untersagt. An diesem Tag wird der gesamte Brennerkorridor geschlossen - die Autobahn, die Brennerstraße (B182) sowie die Ellbögener Straße (L38) von 11.00 bis 19.00 Uhr komplett gesperrt. Aufgrund der weitreichenden Auswirkungen auf den überregionalen Verkehr kam daran scharfe Kritik unter anderem auch aus Bayern und Südtirol.





