von
Bis zur Landeshauptleutekonferenz und einem Treffen der Reformpartnerschaft im Juni soll es mehr Klarheit geben. Durchgesickert ist aber bereits, dass drei Szenarien für Änderungen in den Versorgungsstrukturen bis 2040 im Gespräch sind. Modell eins würde laut "Kurier" im Wesentlichen das bestehende Spitalssystem beibehalten, aber Optimierungen etwa durch den Ausbau der Primärversorgungseinheiten (PVE) und mehr Telemedizin bringen.
Beim zweiten Modell sollen Teilversorgungsspitäler mit nur einzelnen medizinischen Schwerpunkten (wie sie in vielen ländlichen Regionen noch typisch sind) verschwinden, die Standorte aber erhalten bleiben - etwa in Form von ambulanten Versorgungszentren für die fachärztliche Behandlung. Vorgesehen ist aber auch in diesem Modell eine Neustrukturierung des niedergelassenen Bereichs: Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner - egal ob in der Einzelordination oder in einer PVE - würden zu Gatekeepern im Gesundheitssystem werden.
Die dritte ist die Maximalvariante, deren Realisierung allgemein als unwahrscheinlich eingeschätzt wird und auch bereits vom Tisch sein soll. Vor allem im Spitalsbereich würde sie massive Einschnitte bringen. Übrigbleiben würden nur mehr einige wenige Standorte mit einer Vollversorgung. Vorbild wäre Dänemark, das die Zahl der Krankenhäuser von knapp 80 auf 17 große, hochmoderne Superspitäler reduziert hat. In diesem Modell würden so viele Patienten wie möglich im niedergelassenen Bereich versorgt.
Grünen-Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner kritisierte in einer Aussendung das "politische Hinterzimmer-Spiel" um die Reformvarianten. Auch inhaltlich zeigte er sich kritisch: "Wenn das stimmt, was aus Verhandlerkreisen zu hören ist, dann droht einmal mehr das, was wir befürchtet haben: Keine der Herausforderung gerecht werdende Reform, sondern ein kleinteiliges Herumdoktern im System. Ein bisschen hier, ein bisschen da, aber keine klare Entscheidung für ein modernes, gerechtes und effizient gesteuertes Gesundheitssystem."






