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Bundesländer fordern finanzielle Absicherung der Fachhochschulen

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Fachhochschulen wollen mehr Geld
©HELMUT FOHRINGER, Fohringer, APA
Aus den Bundesländern kommt nun die Forderung nach einer finanziellen Absicherung der Fachhochschulen. Aktuell seien die Fachhochschulen massiv unterfinanziert, seit der Gründung sei ein realer Wertverlust von 30 Prozent eingetreten, hieß es bei einer Konferenz der neun Wissenschaftslandesrätinnen und -landesräte in Salzburg, die zum ersten Mal stattfand. Kernforderungen: eine automatische Indexierung der Studienplatzfinanzierung und eine Strukturfinanzierung der Forschung.

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Seit der Gründung der Fachhochschulen (FHs) gab es laut der Konferenz einen Wertverlust der Fördersätze von rund 30 Prozent gegenüber dem Verbraucherpreisindex beziehungsweise sogar 50 Prozent gegenüber dem Tariflohnindex. Da außerdem eine Basisfinanzierung für die gesetzlich vorgeschriebene Forschung fehle, seien die Einrichtungen zu 100 Prozent auf Drittmittel angewiesen, was eine nachhaltige Personalplanung nahezu unmöglich mache. Die Bundesländer fordern daher eine automatische Indexierung der Studienplatzfinanzierung sowie eine Sockel-Valorisierung von mindestens sieben Prozent für das Jahr 2026. Außerdem verlangen sie die Einführung einer Strukturfinanzierung für Forschung und Entwicklung in der Höhe von zehn Prozent, um das Kernpersonal und allgemeine Betriebsausgaben abzusichern.

Außerdem sprachen sich die Vertreterinnen und Vertreter der Bundesländer bei der Konferenz dafür aus, dass die FHs ein Promotionsrecht erhalten. Weil dieses derzeit fehle, würden Talente für ihre Doktorarbeiten (Dissertationen) an Unis oder ins Ausland abwandern. Die heimischen FHs seien von den europäischen Netzwerken von Doktoratsprogrammen ausgeschlossen.

"Fachhochschulen sind für unsere Länder weit mehr als Ausbildungsstätten. Sie sind Motoren für Fachkräftesicherung, Innovation und regionale Entwicklung. Wenn wir wollen, dass diese Stärke in allen Regionen Österreichs erhalten und weiter ausgebaut wird, dann braucht es auf Bundesebene verlässliche und zeitgemäße Rahmenbedingungen", betonte die Vorarlberger Landesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP), die derzeitige Vorsitzende der Konferenz. Und die Salzburger Landesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) als Gastgeberin meinte, "dass die enge Vernetzung der Bundesländer entscheidend sei, um im Wissenschafts- und Forschungsbereich mit einer Stimme zu sprechen. "Fachhochschulen brauchen Planungssicherheit und verlässliche Finanzierungsrahmen, um ihre Rolle als regionale Innovationsmotoren auch in Zukunft erfüllen zu können."

Die Österreichische Fachhochschul-Konferenz (FHK) nahm die Unterstützung aus den Bundesländern mit Freude auf: "Die Ergebnisse der bundesweiten Fachkonferenz in Salzburg machen deutlich, dass die bestehenden Rahmenbedingungen den gewachsenen Aufgaben des FH/HAW-Sektors nicht mehr gerecht werden", hieß es in einer Aussendung. "Die Bundesländer sprechen offen aus, was seit Jahren sichtbar ist: Ohne verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen geraten unsere Hochschulen in ihrer Rolle für Lehre, Forschung, Innovation und regionale Entwicklung zunehmend unter Druck", betonte FHK-Präsidentin Ulrike Prommer.

++ THEMENBILD ++ ZU APA0199 VOM 17.4.2025 - Illustration zu den Themen Budget / Budgetdefizit / Geld / Finanzen / Währung / Konjunktur / Volkswirtschaft / Staatsbudget / Euro / Defizitverfahren. Im Bild: Euro-Scheine aufgenommen am Freitag, 18. April 2025. Das Finanzministerium geht für heuer von einem Defizit von 4,5 Prozent des BIP aus. Dieser Wert wurde an die Statistik Austria übergeben, die diese Zahlen wiederum an die europäische Ebene übermittelt.

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