von
Im Jahr 2024 lebten dem Bericht zu Folge knapp 1,9 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 89 Jahren mit Behinderungen in Österreichs Privathaushalten, was 24,7 Prozent der Bevölkerung entsprach. Der Frauenanteil war mit gut 52 Prozent höher, was mit der höheren Lebenserwartung zusammenhängt.
Der größte Anteil der Menschen mit Behinderungen hatte 2024 eine Lehre als höchste abgeschlossene Ausbildung (37,2 Prozent), weitere 29,7 Prozent hatten maximal die Pflichtschule abgeschlossen. Bei Menschen mit starken Einschränkungen bei Alltagsaktivitäten verfügten 38,6 Prozent über einen entsprechenden Abschluss. Zum Vergleich: Bei Personen ohne Behinderung waren es bloß 17 Prozent. Einen Hochschulabschluss hatten 9,7 Prozent der Behinderten, unter Personen ohne Aktivitätseinschränkungen lag der Anteil bei 21,4 Prozent.
Im Arbeitsleben haben Behinderte häufiger mit Arbeitslosigkeit und geringeren Einkommen zu kämpfen. Mit rund neun Prozent war die Rate der Personen ohne Arbeit unter Behinderten doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Beeinträchtigung. Bei schwer eingeschränkten Behinderten lag die Quote sogar bei 15,4 Prozent.
Personen ohne Behinderungen verfügten 2024 im Mittel über ein deutlich höheres Nettohaushaltseinkommen (39.636 Euro). Jenes von Personen mit Behinderungen lag nur bei 34.572 Euro.
Weiters stellt der Bericht fest, dass Personen mit gesundheitsbedingten Einschränkungen häufiger in schlechter ausgestatteten Wohnungen lebten als Personen ohne Aktivitätseinschränkungen. Überrepräsentiert sind sie in Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen.
Etwas mehr als 16 Prozent aller Personen in Privathaushalten im Alter ab 16 Jahren galten als armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Bei Menschen mit Behinderungen war der Anteil mit 21,5 Prozent höher.
Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) kündigte in einer Aussendung an, dass der Bericht künftig jährlich erscheinen soll. Inklusion sei kein Akt des Wohlwollens, sondern ein Menschenrecht. Verlässliche Daten ermöglichten es, politische Maßnahmen wirksam, zielgerichtet und evidenzbasiert zu setzen und die selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen nachhaltig zu stärken.
Einen kritischen Blick auf die Lage von Behinderten wirft indes der Behindertenrat. Sehe man sich die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen an, falle das Fazit mehr als ernüchternd aus, heißt es in einer Aussendung. Präsident Klaus Widl kritisierte, dass die inklusiven Modellregionen nun bereits zehn Jahre ohne erkennbaren Grund eingestellt seien. Dagegen werde vielerorts der Bau neuer Sonderschulen geplant und damit Aussonderung gefördert.






