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"Die Kanadier können gar nicht stolzer auf euch sein", sagte Carney. In der Nacht auf Samstag (MESZ) soll die Crew - bestehend aus den US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und dem Kanadier Jeremy Hansen - im Pazifik wieder auf der Erde aufkommen. Die Wettervorhersage sehe derzeit gut dafür aus, hieß es von der NASA.
Einen Schnelligkeitsrekord werden die Astronauten dabei aber - anders als ursprünglich gedacht - wohl doch nicht knacken, sagte NASA-Manager Rick Henfling. "Unsere Vorhersage für 'Artemis 2' ist, dass wir eine Maximalgeschwindigkeit von 10.657 Metern pro Sekunde erreichen werden. Das ist weniger als der Rekord von 'Apollo 10' von 11.094 Metern pro Sekunde."
Die vier "Artemis 2"-Astronauten sind die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes. Sie waren in der vergangenen Woche an Bord der "Orion"-Kapsel mit dem Raketensystem "Space Launch System" vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Staat Florida abgehoben und dann um den Mond herumgeflogen. Dabei entfernten sie sich auch weiter von der Erde als jemals Menschen zuvor.
Was die vier Besatzungsmitglieder erlebt hätten, sei nahezu "unbegreiflich" und "ein wahres Geschenk", sagte "Artemis-2"-Kommandant Reid Wiseman am Mittwoch bei einer emotionalen Pressekonferenz aus dem All. "Wir müssen vieles erst einmal verarbeiten, in Tagebüchern festhalten und aufschreiben, um das Erlebte dann in seiner ganzen Tiefe zu begreifen."
Er habe "noch nicht einmal angefangen zu verarbeiten, was wir erlebt haben", sagte das Besatzungsmitglied Victor Glover. Nun lägen noch zwei Tage vor der Crew, dabei sei es allein schon atemberaubend, "mit einem Feuerball durch die Atmosphäre zu rasen". Sichtlich bewegt fügte er hinzu: "Ich werde für den Rest meines Lebens über all diese Dinge nachdenken und darüber sprechen."
Auf die Frage, was sie am meisten am Leben im Weltraum vermissen werde, nannte Koch den "Teamgeist". "Ich werde es vermissen, so eng mit diesen vielen Menschen an einem gemeinsamen Ziel zu arbeiten, eine gemeinsame Mission zu haben, jeden Tag hart dafür zu arbeiten über hunderttausende von Meilen hinweg, mit einem Team am Boden", sagte sie. "Wir sind so eng wie Brüder und Schwestern. Dies ist ein Privileg, das wir nie wieder haben werden." Obwohl sie nun schon mehr als eine Woche auf engstem Raum - und mit einer schlecht funktionierenden Toilette - zusammenlebten, gebe es nichts, "weshalb ich sagen würde, dass ich froh wäre, wenn es vorbei wäre". Koch betonte: "Wir können nicht gründlicher forschen, wenn wir nicht ein paar unbequeme Dinge tun, wenn wir nicht ein paar Opfer bringen, wenn wir nicht ein paar Risiken eingehen."






