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Kaiserpinguin "stark gefährdet"

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++ ARCHIVBILD ++ Die Kaiserpinguine leiden unter dem Klimawandel
©David Hammersen, APA, dpa
Dem Kaiserpinguin in der Antarktis geht es als Folge des Klimawandels immer schlechter. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat ihn auf ihrer Skala der vom Aussterben bedrohten Arten als "stark gefährdet" eingestuft, wie es am Donnerstag hieß. Die Population der Kaiserpinguine () sei von 2009 bis 2018 um zehn Prozent geschrumpft. Es dürften nach der Auswertung von Satellitenbildern 2018 noch rund 180.000 Tiere gewesen sein.

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Die IUCN geht davon aus, dass sich diese Zahl ohne einschneidende Rückgänge bei den Treibhausgasemissionen bis 2080 halbieren dürfte. "Der Hauptgrund dafür ist das frühe Aufbrechen und der Verlust des Meereises, das seit 2016 Rekordtiefstände erreicht hat", so die IUCN.

Kaiserpinguine benötigen Meereis, das an der Küste, am Meeresboden oder an festsitzenden Eisbergen verankert ist, berichten die Fachleute. Dies ist der Lebensraum für die Küken und während der jährlichen Mauserzeit, wenn Pinguine neues Gefieder bekommen und für zwei bis vier Wochen nicht schwimmen können. Bricht das Eis zu früh, stürzt eine Brutkolonie demnach ins Meer und ertrinkt.

Der WWF warnte am Donnerstag eindringlich vor einem möglichen Kollaps der Kaiserpinguin-Population und forderte rasche Maßnahmen zum Schutz der Tiere. "Das Schicksal dieser faszinierenden Tiere liegt in unseren Händen. Die rasanten Veränderungen in der Antarktis zeigen deutlich, wie verletzlich Kaiserpinguine gegenüber dem Klimawandel sind. Ohne sofortiges Handeln steuern sie auf ein mögliches Aussterben bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu", warnte Georg Scattolin, Artenschutzexperte beim WWF Österreich.

Der WWF forderte in einer Aussendung entschlossene Maßnahmen auf globaler und regionaler Ebene. Zentral sei die rasche Reduktion von Treibhausgasemissionen, um die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Gleichzeitig rief der WWF dazu auf, Kaiserpinguine im Rahmen des kommenden Treffens des Antarktisvertrags im Mai in Japan als "besonders geschützte Art" auszuweisen. Das würde zusätzlichen Schutz vor menschlichen Einflüssen wie Schifffahrt und Tourismus bieten.

Die IUCN stufte auch den Antarktischen Seebär () neuerdings als stark gefährdet ein. Seine Population habe sich von 1999 bis 2025 mehr als halbiert, auf zuletzt schätzungsweise 944.000 Tiere. Hier ist das Problem unter anderem, dass kleine Krebstiere, Krill genannt, wegen der steigenden Meerestemperaturen auf der Suche nach kaltem Wasser immer tiefer tauchen. Den Seebärenjungen fehlt es deshalb an Nahrung. Zum Krillmangel trage auch bei, dass sich die Population der Bartenwale erholt hat, die dieselbe Nahrung sucht, so die IUCN.

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