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Die in Manhattan aufgewachsene, nun in Boston lebende McFadden studierte Medizin und begann ihre schriftstellerische Laufbahn 2013. Zunächst veröffentlichte sie im Eigenverlag bzw. im E-Book-Format. In ihrem Romandebüt "The Devil Wears Scrubs" verarbeitete sie ihre Erfahrungen als Assistenzärztin. Spätere Werke trugen Titel wie "Suicide Med" und "Brain Damage". Auch in "Die Ehefrau" flossen ihre medizinischen Kenntnisse ein, vor allem als auf traumatische Hirnverletzungen spezialisierte Ärztin.
Besagte Ehefrau heißt Victoria und ist nach einem Treppensturz ein Pflegefall. Ihr scheinbar einfühlsamer Mann Adam, ein überaus erfolgreicher, reicher Schriftsteller, macht einer Zufallsbekanntschaft ein Angebot: Sylvia, frisch getrennt und auf Jobsuche, möge doch als häusliche Pflegerin zu ihnen ziehen und sich um Victoria kümmern, die kaum sprechen kann, auf den Rollstuhl angewiesen ist und laut Adam einen schweren Hirnschaden erlitten hat. Aber stimmt das so alles? Haben die beiden bis zu jenem Unfall wirklich die perfekte Ehe geführt, wie Adam erzählt? Im Tagebuch von Victoria liest Sylvia eine ganz andere, gruselige Geschichte. Und plötzlich weiß sie nicht mehr, wem sie glauben soll.
Mit "The Wife Upstairs" nimmt McFadden ein System vorweg, das bei "The Housemaid" (dt. "Wenn sie wüsste") und zwei Fortsetzungen dieser Serie so perfekt kommerziell funktioniert: Eine junge Frau ist in einem Haus gefangen (in "Die Hausfrau" wegen der Abgeschiedenheit und besonders nach einem Schneesturm), und eine scheinbare Idylle entpuppt sich als Setting für Komplotte und Verbrechen. Eine verhängnisvolle Affäre gehört ebenso dazu wie ein dunkles Geheimnis. Die Frage am Bucheinband müsste eigentlich lauten: "Wer hat was zu verbergen?" Denn Sylvia weiß bald nicht mehr, wer gut und wer böse ist.
McFadden versteht sich auf Suspense. Immer wieder gibt es Andeutungen, die zum Weiterlesen drängen sollen. Dabei ist die Story recht simpel gestrickt - mal aus Sylvias Perspektive, mal durch Victorias Tagebucheinträge - und wenig anspruchsvoll erzählt. Auch sprachlich wird man weder bei "Die Ehefrau" noch bei der "Housemaid"-Trilogie herausgefordert. McFadden baut konstant Spannung auf (das kann sich auch ziehen), bis es dann auf wenigen Seiten Schlag auf Schlag geht und man nach der zweiten Wendung noch eine dritte vermutet. Allerdings: Nicht nur wenn man "The Housemaid" gelesen (oder gesehen) hat, erwartet man geradezu solche Überraschungen, wie sie McFadden am Schluss von "Die Hausfrau" auftischt.
(Von Wolfgang Hauptmann/APA)
(S E R V I C E - Freida McFadden: "Die Ehefrau", aus dem Amerikanischen von Frank Dabrock, Heyne Verlag, 416 Seiten, 18 Euro; www.freidamcfadden.com )





