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"Österreich in Rom" lautet der Titel des Werks der in Niederösterreich geborenen Autorin, in dem das Institut und seine Menschen im Fokus stehen. In 24 Interviews kommen Persönlichkeiten aus Forschung, Kunst und Kulturdiplomatie zu Wort, die das österreichische Haus in der Valle Giulia geprägt haben. So entsteht das Porträt eines Palazzo, das für viele Österreicher in Rom zu einem Ort der Begegnung und des kulturellen Austausches geworden ist. Künstler wie Ingeborg Bachmann, Robert Musil oder Fritz Muliar waren im Haus zu Gast, in dem regelmäßig Ausstellungen, Konzerte und Lesungen organisiert werden und das zu einer kulturellen Brücke zwischen Österreich und Rom geworden ist.
"Seit meiner Ankunft in Rom 2023 ist dieses Haus ein Stück Heimat für mich und für viele Österreicher, die in Rom leben. Es ist ein Haus der Begegnung: Kultur und Wissenschaft entstehen hier durch Austausch", betonte Sailer gegenüber der APA.
In ihrem Buch führt Sailer auch einige fiktive Interviews mit historischen Persönlichkeiten, darunter dem Protestanten Theodor von Sickel (1826-1908). Er überzeugte Kaiser Franz Joseph I., für die erste Forschungseinrichtung Österreichs im Ausland Mittel zur Verfügung zu stellen. 1881 konnte das "Istituto austriaco di Studii Storici" gegründet werden. Zum Dank erhob der Kaiser den verdienten Historiker der Universität Wien in den Adelsstand.
In den 1930er-Jahren wurde das Historische Institut in ein Kulturinstitut umgewandelt - im Gegenzug zur Gründung eines italienischen Kulturinstituts in Wien. 1935 schlossen Österreich und Italien ein Kulturabkommen: Italien schenkte Österreich ein Grundstück in der Valle Giulia mit der Auflage, darauf ein österreichisches Kulturinstitut mit angegliederter Historischer Sektion zu errichten. 1936 begann der Bau des Hauses mit Garten nach einem Plan des österreichischen Architekten Karl Holey.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und der damit verbundenen Schließung des Hauses - es war nach dem "Anschluss" Sitz des Deutschen Historischen Instituts geworden - erfolgte 1950 die offizielle Wiedereröffnung als Österreichisches Kulturinstitut. Es folgten Jahre intensiven kulturellen Austauschs, und viele große österreichische Künstler waren am Kulturinstitut Rom zu Gast. Die Historischen Studien wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zuerst im Rahmen einer Historischen Abteilung, dann im Rahmen einer Historischen Sektion beim Kulturinstitut fortgeführt. Zu Beginn der 1980er-Jahre erfolgte die neuerliche Gründung eines eigenen Historischen Instituts und 2001 wurde das Kulturinstitut in Kulturforum umbenannt.
Teresa Indjein, Direktorin des Österreichischen Kulturforums, hob bei der Buchpräsentation in Rom die kulturelle Relevanz des Hauses hervor. "Hunderte, wenn nicht tausende Menschen aus Kunst und Wissenschaft hatten hier schon Gelegenheit, sich zu präsentieren, zu forschen, sich zu vernetzen. Erinnerungen sollten festgehalten werden: Ich hoffe, dass auch in Zukunft viele kreative Menschen die Möglichkeiten zur Entfaltung in dem überwältigend schönen Umfeld Roms haben werden", so Indjein.
"Österreich in Rom" ist das vierte Buch Sailers. Die Autorin, die seit 2003 bei Vatican News arbeitet, hat 2008 ihr im St. Benno-Verlag erschienenes Buch "Frauen im Vatikan" veröffentlicht. Sie arbeitet am liebsten zu Kultur- und Geschichtsthemen.
(S E R V I C E - Gudrun Sailer: "Österreich in Rom. Ein Institut und seine Menschen. 24 Interviews.", Böhlau Verlag, 160 Seiten, 37 Euro; Österreichisches Kulturforum Rom: www.austriacult.roma.it/de/ )
ROM - ITALIEN: FOTO: APA/APA/Böhlau Verlag






